Arzneisäfte für Kinder nicht mit dem Esslöffel dosieren

Von: dapd
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Hamburg/Berlin. Tabletten schmecken Kindern nicht und sind schwer zu schlucken, Zäpfchen oft mit Geschrei verbunden. Viele Eltern schwören bei Krankheit und Schmerzen des Kindes deshalb auf die Gabe von Arzneisäften.

Die süßen Säfte gegen Schmerzen, Fieber oder Husten mögen Kinder gerne, werden allerdings von Eltern häufig mit dem Tee- oder Esslöffel dosiert, sagt Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer in Berlin. „Diese Gabe ist aber sehr ungenau, kann sowohl zu einer Über- als auch zu einer Unterdosierung führen.”

Mal ist es Omas großer Silberlöffel, mal ein neues Besteck aus Edelstahl: „Es gibt keine einheitliche Löffelgröße, die Saftdosierung kann demnach sehr unterschiedlich ausfallen”, sagt die Expertin. Kinder bräuchten zudem oft nur sehr kleine Mengen: „Es ist gesundheitlich sehr wichtig, hier exakt vorzugehen.” So könne eine Überdosierung von Schmerzsaft mit dem Wirkstoff Paracetamol zu Leberschädigungen beim Kind führen. „Sehr riskant für die Genesung ist auch eine Fehldosierung bei Antibiotikasäften.” Hier könne es bei einer Unterdosierung zu Resistenzen oder - bei einer Überdosierung - zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen.

Fink rät deshalb dazu, immer genau nach Packungsanleitung zu dosieren. Leider sei das jedoch auch häufig mit dem beiliegenden Dosierlöffel oder - becher schwer möglich. „Eine amerikanische Studie bei 300 Familien hat gezeigt, dass man sich mit Löffel oder Becher um bis zu 40 Prozent verschätzt.” Mal rutscht der Flascheninhalt zu schnell auf den Löffel, mal sieht man die Abmessungslinie am Becher nicht genau.

„Ich rate Eltern deshalb, eine Dosierspritze zu kaufen, die es günstig in jeder Apotheke gibt”, sagt die Apothekerin. Auf den Milliliter genau könne mit so einer Plastikspritze der Arneisaft aus der Flasche gezogen werden. „Und die Spritze kann gereinigt natürlich immer wieder verwendet werden.”

Zur falschen Dosierung könne auch der beliebte Trick führen, Arzneisäfte einfach in den Abendbrei zu rühren, warnt die Expertin: „Kranke Kinder essen oft nicht alles auf, nehmen also gar nicht die volle Wirkstoffmenge ein.” Wenn ein Saft dem Kind überhaupt nicht schmeckt, sei es sinnvoller, mit dem Arzt Rücksprache zu halten, um eventuell ein anderes, schmackhafteres Präparat zu bekommen.
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