Arbeitslos nach Elternzeit: Kurze Beschäftigung sichert ALG I

Von: Hendrik Roggenkamp, ddp
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Nicht nur um die Kinder kümmern: Eltern, die nach der Erziehungszeit zurück in den Job wollen, sollten sich rechtzeitig um den Wiedereinstieg kümmern. Foto: dpa

Berlin. Mütter und Väter, die nach dem Ende der Elternzeit arbeitslos sind, können auch nach einer längeren beruflichen Auszeit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben. Zwar gibt es nur dann Arbeitslosengeld (ALG I), wenn Arbeitslose in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig waren und damit die sogenannte Anwartschaftszeit erfüllen.

Versichert sind aber auch die Monate, in denen sich Eltern mit der Erziehung eines Kindes unter drei Jahren beschäftigt haben und keiner Erwerbstätigkeit nachgehen konnten.

Allerdings berücksichtigt die Arbeitsagentur die Kindererziehungszeiten nur dann, wenn die Mutter beziehungsweise der Vater unmittelbar vor Beginn der Kindererziehung sozialversicherungspflichtig beschäftigt war oder ALG I erhielt. Wie lange die Beschäftigung gedauert hat, spielt keine Rolle.

Meldet sich beispielsweise eine Arbeitnehmerin nach zwei Jahren Elternzeit arbeitslos, hat sie die Anwartschaftszeit für das ALG I auch dann erfüllt, wenn sie vor Beginn der Elternzeit bloß einen vierwöchigen Teilzeitjob hatte. Entscheidend ist, dass Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden.

Wer diese Voraussetzung nicht erfüllt und bereits in Elternzeit ist, kann seinen Anspruch auf ALG I aber trotzdem noch retten. Nimmt die Arbeitnehmerin während ihrer Elternzeit eine befristete, versicherungspflichtige Beschäftigung an, zählen die verbleibenden Elternzeitmonate bei der Berechnung der Anwartschaftszeit mit.

Die Höhe des Arbeitslosengeldes nach Elternzeit richtet sich zunächst nach dem beitragspflichtigen Einkommen innerhalb des letzten Jahres vor Arbeitslosmeldung, der sogenannten Bemessungszeit.

Kommen in diesem Jahr weniger als 150 beitragspflichtige Arbeitstage zusammen, erweitert die Arbeitsagentur die Bemessungszeit auf zwei Jahre.

Haben Arbeitnehmer auch in diesem Zeitraum weniger als 150 Tage gearbeitet, was auf viele Mütter und auch Väter mit Elternzeit zutrifft, ermittelt die Arbeitsagentur ein fiktives Einkommen, aus dem sich das ALG I errechnet. Je nach Qualifikation liegt das fiktive Entgelt zwischen monatlich 1281 Euro (Arbeitslose ohne Berufsausbildung in Ostdeutschland) und 3024 Euro (Arbeitslose mit Hochschulabschluss in Westdeutschland). Daraus ergibt sich ein ALG-I-Anspruch von immerhin gut 630 Euro bis über 1200 Euro pro Monat.
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