Aktienfonds statt Puppenwagen: Geld zu Weihnachten sinnvoll schenken

Von: Britta Schmeis, dpa
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Unaufällig unter dem Baum: Ein Geldgeschenk kann langfristig sinnvoller sein als noch mehr Spielzeug. Foto: dpa

Berlin/Düsseldorf. Früher wurden häufig ein Sparbuch oder ein Bausparvertrag verschenkt - zur Geburt, zur Taufe oder Einschulung. Das Geld sollte dem Kind einen guten Start ermöglichen und ihm einen finanziellen Puffer für später verschaffen. Diese Sparvarianten sind auch immer noch beliebt - doch gibt es längst attraktivere und rentablere Möglichkeiten.

„Noch immer schlummern größere Summen zu Minizinsen auf Sparbüchern”, kritisiert zum Beispiel Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Nicht alle Anleger kümmern sich also gut genug um die beste Sparform. Das mag daran liegen, dass sie nicht für jeden gleich ist: „Natürlich kommt es auf Intention, Ziel und Laufzeit der Geldanlagen an”, sagt Max Herbst von der unabhängigen Finanzberatung FMH in Frankfurt. Und Holger Handstein von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt als Parole aus: „Je länger man sparen will, desto risikofreudiger kann man das Geld anlegen, damit es auch eine gute Rendite bringt.”

Eine Möglichkeit sind Aktienfonds - als Sparplan. Diese Anlagekategorie setzt durchaus Risikobereitschaft beim Anleger voraus. Sie ermöglicht aber große Flexibilität: Die Raten können in der Regel kostenlos verändert oder ausgesetzt werden. Topar rät zu Fonds mit Aktien, die in weltweit führenden Indizes wie DAX oder Dow Jones enthalten sind.

Allerdings können traditionelle Investmentfonds durchaus teuer werden. Deswegen rät Verbraucherschützer Handstein zu den sogenannten Exchange Traded Funds (ETF). Das sind an der Börse gehandelte Fonds, für die kein Fondsmanager die Titel auswählt. Das macht sie günstig - und bei längeren Laufzeiten sicher und rentabel.

Sie sind in allen Anlageklassen zu bekommen und werden von vielen Banken angeboten. „Da lohnt sich meist vor allem ein Blick auf die Angebote der Direktbanken”, sagt Handstein. Andreas Beck vom Institut für Vermögensaufbau in München verweist risikobereitere Anleger auf Investitionen in Schwellenländern: „Bei langen Laufzeiten gleicht die Rendite vieler konservativer Sparpläne ja gerade mal die Inflation aus”, gibt er zu bedenken.

Deswegen hält er Anlagen etwa in der Türkei, in China oder in Vietnam für sinnvoll. „Wer weiß, ob diese Länder in 15 bis 20 Jahren überhaupt noch Schwellenländer sind und stattdessen gut florierende Industrienationen.” Eine sorgfältige Auswahl ist allerdings unabdingbar.

Für wenig sinnvoll hält Handstein die sogenannten Ausbildungsversicherungen. „Die sind meist recht kostenintensiv, weil sie verschiedene Anlageformen kombinieren und oft auch noch eine Risikoversicherung beinhalten.” Grundsätzlich gelte ohnehin: Je komplexer das Produkt, desto teurer. Ebenso rät Handstein von den einst so beliebten Bausparverträgen ab: „Die haben meist hohe Abschlusskosten und sind so kalkuliert, dass man damit tatsächlich in Immobilien investiert.”

„Wer seine Enkel selbst an das Sparen heranführen will, verschenkt am besten ein Tagesgeldkonto”, sagt Handstein. Auf ein solches Konto können Großeltern wie Enkel gleichermaßen Geld einzahlen - und das Konto bietet größtmögliche Flexibilität. Außerdem ist der Sparvorgang bei einem Tagesgeldkonto - ebenso wie beim Sparbuch - besonders transparent. Es wirft zwar derzeit nicht so viel ab, gibt Handstein zu bedenken - dasselbe gilt derzeit auch für Bundeswertpapiere.

Konto auf Namen des Kindes laufen lassen

Ganz gleich, für welche Anlage und Laufzeit Eltern oder Großeltern sich entscheiden: Das Konto oder der Sparvertrag sollten stets auf den Namen des Kindes lauten. „Das ist in der Regel steuerlich sinnvoll, da dann der Freibetrag auf das Kind entfällt”, sagt Holger Handstein von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Gleichzeitig empfiehlt er aber, dass Eltern eine Vollmacht erhalten - schließlich soll sich das Kind mit dem von Oma und Opa mühsam angesparten Vermögen nicht jeden spleenigen Teenagertraum erfüllen können. Denn ist das Kind „Forderungsinhaber” der Anlage, können die Eltern nicht mehr über den Betrag verfügen.
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