Schlechte Unternehmenskultur, Überstunden: Arbeit macht zusehends krank

Von: vo
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Berlin. Mangelnde Wertschätzung durch den Arbeitgeber, Überstunden, permanente Erreichbarkeit auch an den eigentlich freien Tagen: Die moderne Arbeitswelt belastet immer mehr Menschen, wie gleich mehrere aktuelle Studien belegen.

Eine schlechte Unternehmenskultur schlägt auf die Gesundheit

Wie der Fehlzeitenreport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) aufzeigt, gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der Unternehmenskultur und der Gesundheit der Mitarbeiter. Jeder Vierte der für den Report befragten 2.000 Arbeitnehmer, der die Unternehmenskultur in seiner Firma als schlecht ansieht, ist auch mit seiner eigenen Gesundheit unzufrieden.

Als besonders wichtig im Arbeitsalltag empfinden 78 Prozent der Befragten die Loyalität ihres Arbeitgebers - doch nur 55 Prozent haben das Gefühl, dass ihr Betrieb hinter ihnen steht. Lob für geleistete Arbeit wünschen sich 69 Prozent der Umfrageteilnehmer. In den Genuss davon kommt aber nur die Hälfte.

Sorgen für viele Ausfallstunden: Überstunden

Neben dem Mangel an Rückendeckung und Lob sind es vor allem Überstunden, die mittel- und langfristig für längere Krankheitsausfälle sorgen. Das zeigt die Initiative Gesund und Arbeit (IGA) in einem weiteren Report auf: Permanent länger zu arbeiten kann zu Angstzuständen, Depressionen, Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Problemen führen. Dabei sind die Arbeitszeiten eigentlich verbindlich durch das Arbeitszeitgesetz geregelt.

Überstunden sind auf dem Vormarsch

Laut aktuellem Bericht des statistischen Bundesamtes arbeiten die Deutschen durchschnittlich 40,5 Stunden in der Woche. Rechnet man die selbstständig Erwerbstätigen hinzu, wächst die Stundenzahl auf 41,4 Wochenstunden. Das sind circa drei Stunden über der tariflich vereinbarten Wochenzeit von 37,7 Stunden. Die Anzahl der geleisteten Wochenstunden von Vollzeitbeschäftigten hat sich damit in den vergangenen 20 Jahren um etwa eine halbe Stunde erhöht.

Auch die Wochenendarbeit hat in jüngster Zeit zugenommen: samstags oder sonntags zu arbeiten, scheint immer mehr an Akzeptanz zu gewinnen - trotz oder gerade wegen der Digitalisierung, die das Arbeiten ja eigentlich leichter machen sollte. Doch die Digitalisierung hat ihre Schattenseiten. Dazu zählen die ständige Erreichbarkeit und Verfügbarkeit auch an den Wochenenden. Diese Entwicklung kann eigentlich weder im Sinne der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer sein.

Untersuchungen deuten darauf hin, dass geregelte Arbeitszeiten allen zugutekommen: Die Arbeitgeber profitieren von weniger Ausfallzeiten, die Angestellten sind seltener krank.

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