Babylon im Büro: Männer und Frauen verstehen sich oft nicht

Von: Berit Waschatz
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Frauen haben oft das Problem, sich in einer Konferenz mit männlichen Kollegen Gehör zu verschaffen. Foto: Jens Kalaene

„Der Toner müsste mal gewechselt werden“ – auf so einen Satz reagieren Männer und Frauen im Büro ganz verschieden. Die Kolleginnen springen fast zeitgleich auf und rennen zum Kopierer. Die Kollegen bleiben sitzen. Der ein oder andere denkt sich vielleicht noch „Ja, stimmt“, das war es aber auch.

Sozialisation unterschiedlich

Wer kennt solche Szenen nicht? Die Verständigung zwischen männlichen und weiblichen Kollegen im Büro hakt häufig. Der Grund: Eine solche Aufforderung komme bei Männern einfach nicht an, sagt Kommunikationstrainerin Cornelia Topf aus Augsburg. Das sei auch kein böser Wille. „Aber Männer brauchen klare Anweisungen.“

Das Problem: Frauen drücken sich indirekt aus, benutzen häufig den Konjunktiv. Damit wollen sie Nähe und ein gutes Arbeitsklima erzeugen. „Aber auf Männer wirkt das unsicher und unterwürfig.“ Frauen denken und sprechen zudem eher beziehungsorientiert, Männer eher sach- und lösungsorientiert. „Deswegen wird ein Mann schnell ungeduldig, wenn eine Frau etwas erklärt, weil er nach dem Problem sucht“, erklärt Führungskräftetrainer Roland Kopp-Wichmann aus Heidelberg. Oft sei aber keines da. Die Frau will sich nur mitteilen oder ihre Gefühle schildern. „Das leuchtet einem Mann nicht ein.“

Frauen seien meist nach den Spielregeln der non-hierarchischen Kommunikation sozialisiert worden, Männer nach denen der hierarchischen, sagt Karrieretrainerin Marion Knaths aus Hamburg. Ein unterschiedliches Kommunikationsverhalten legen Frauen und Männer auch bei der Annahme von Lob an den Tag. „Männer können selbstbewusster etwas annehmen“, erklärt Topf. Werden sie für ihre Arbeit gelobt, strecken sie die Brust heraus und denken vollkommen selbstverständlich: „Ja klar, habe ich gut gemacht.“ Frauen hingegen lehnen Lob in der Regel stärker ab als Männer. „Die meisten Frauen werten das ab“, sagt Expertin Claudia Enkelmann aus Königstein im Taunus. Männer reden darüber, was sie geleistet haben.

„Frau muss lernen zu führen“

Frauen hingegen arbeiten fleißig und warten ab, dass ihre Leistung entdeckt wird. „Frauen müssen lernen, über ihre Erfolge zu sprechen.“ Die Kommunikations- und Karriereexperten sind sich einig: Die häufigen Missverständnisse zwischen Männern und Frauen im Büro müssen nicht sein. Zuerst müssten beide Geschlechter erkennen, dass Männer und Frauen eine unterschiedliche Sprache haben. Und dann gilt: „Ich kann die Techniken und Regeln des jeweils anderen Kommunikationssystems erlernen“, sagt Knaths. Das hilft auch bei der Karriere. „Wenn ich als Frau aufsteigen will, muss ich lernen zu führen“, sagt Enkelmann. Dazu gehört auch, von Männern zu lernen und Anweisungen nicht als Bitte zu formulieren.

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