Vorbereiten auf den Ernstfall: Sinnvolle Schutzmaßnahmen für die eigenen vier Wände

Von: vo
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Einbrecher
Feuer, Einbrecher, Katastrophen: Die Bedrohung für jeden Haushalt ist vielfältig. Aber mit vergleichsweise geringem Aufwand kann sich jeder vor den häufigsten Bedrohungen schützen. Foto: fotolia.com © animaflora

München. Man kann sich nicht auf alle Eventualitäten vorbereiten - aber immerhin auf viele. Doch hinter dem Begriff „häusliche Sicherheit“ verbirgt sich ein Dschungel aus Löschern, Meldern, Piepern und Warnern. Wir schaffen Durchblick.

Wir leben in unruhigen Zeiten: Bemüht man die Suchfunktion der Aachener Zeitung mit dem Begriff  „Einbrecher“, werden alleine für September mehrere Dutzend Artikel angezeigt. Auch „Feuer“ spuckt eine hohe Anzahl Meldungen aus. Wer sich die Nachrichten jedoch genau anschaut, stellt fest: Zwischen den Zeilen finden sich immer wieder Hinweise dafür, dass Sicherheitsmaßnahmen durchaus wirken: In Schmidt konnte eine Alarmanlage einen Einbrecher vor Tatvollendung verjagen, in Münsterbusch verhinderten Rauchwarnmelder, dass beim Brand eines Sechsfamilienhauses Menschen zu Schaden kamen.

Und dass in der beginnenden dunklen Jahreszeit oft schon Licht Kriminelle abhält, mahnt die Polizei jedes Jahr aufs Neue an. Allerdings: Für Laien ist es schwer, sich in einer Welt der Sensoren, Löschdeckenhalter und Pfeffersprays zurecht zu finden. Der folgende Artikel will diese Recherchearbeiten abnehmen und listet Dinge, die jeder Haushalt, ganz gleich ob Wohnung oder Eigenheim, aufweisen sollte. Natürlich endet damit nicht die Sinnhaftigkeit weiterer Gegenstände, aber es bringt Haushalte auf ein Grund-Level.

 

Rauchwarnmelder

Im Gegensatz zu allen Listenpunkten, die noch folgen, ist der Rauchwarnmelder, nicht zu verwechseln mit dem Rauchmelder, als einziges vorgeschrieben - in einem Großteil aller Bundesländer. Allerdings verlangen die meisten nur, dass die Lebensretter bloß in Schlaf- und Kinderzimmern sowie als Rettungsweg dienenden Fluren hängen müssen.

Dadurch soll verhindert werden, dass man im Schlaf überrascht und vom Feuer eingeschlossen wird.

Allerdings stellt sich angesichts der vergleichsweise niedrigen Preise für Rauchwarnmelder die Frage: Warum nicht auch in anderen Räumen? Immerhin entstehen viele Brände in der Küche oder in Zimmern, in denen viele Elektrogeräte stehen.

Sinnvoll wäre es tatsächlich in jedem Zimmer einen Warnmelder zu installieren. Dabei muss aber in der Küche darauf geachtet werden, ein "küchentaugliches“ Gerät anzuschaffen, das eines der folgenden Attribute aufweist:

·  Weniger sensibel gegenüber Wasserdampf

·  Mit einer Stummschaltfunktion fürs Kochen ausgerüstet

·  Hat einen Sensor, der auch auf Hitze reagiert und nur auslöst, wenn beides vorhanden ist

Damit ist im Fall der Fälle nicht nur Sicherheit des Lebens gegeben, sondern auch des Inventars - Brände können früher entdeckt, rascher bekämpft werden.

 

Feuerlöscher/Löschdecke

Doch was tun, wenn der Rauchwarnmelder piept? Feuerwehren raten dann, das Haus schnellstmöglich zu räumen und sich nur um Bewohner zu kümmern. Wenn jedoch der Warnmelder in der Küche anschlägt, nachdem man diese erst vor wenigen Minuten verlassen hat, ist klar, dass in dieser kurzen Zeitspanne kein Großbrand ausgebrochen sein kann. Gleiches gilt auch für brennende Adventskränze und jede Kerze.

Und weil auch auf dem Herd das Öl in der Pfanne schnell in Flammen aufgehen kann, gehören Feuerlöscher und Löschdecke in jeden Haushalt. Letztere sollte in der Küche hängen und zwar an der, dem Herd gegenüberliegenden Wand, damit sie immer erreichbar ist. Brennt die Pfanne, wird sie einfach darüber ausgebreitet. Brennendes Speiseöl darf nur mit Decken und Klasse-F-Feuerlöschern bekämpft werden, niemals mit Wasser!

Vorgaben, wo Löscher in Privathaushalten aufzustellen sind, gibt es keine. Man kann sich aber an den Regeln für Arbeitsplätze orientieren. Diese schreiben vor, dass Löscher „vorzugsweise in Fluchtwegen, im Bereich der Ausgänge ins Freie, an den Zugängen zu Treppenräumen oder an Kreuzungspunkten von Verkehrswegen/Fluren angebracht sind“. Im Klartext: Wenn in jedem Stockwerk im Flur ein 6kg-ABC-Löscher zu finden ist, reicht das völlig.

 

Türkette

Vor allem Mieter haben nicht viel Einfluss auf die Türsicherheit: Die Haustür ist Sache des Vermieters und die eigene Wohnungstür ist zumeist nicht mehr als eine stabilere Zimmertür. Grundsätzlich kann sich der Vermieter nicht gegen den Einbau von Sicherheitstechnik stellen - aber er darf verlangen, dass beim Auszug alle baulichen Änderungen rückgängig gemacht werden.

Das wiederum ist aber faktisch das Aus für die sehr effektiven Panzer-Querriegel, denn diese müssen im Mauerwerk verankert werden. Ebenfalls wirksam aber weniger zu beseitigenden Spuren verbunden sind Türketten.

Allerdings nicht die dünne zehn-Euro-Variante aus Blech, sondern etwas Hochwertigeres. Und das sollte gemäß der Einbauanleitung ober- oder unterhalb des eigentlichen Schlosses installiert werden.

Zwar lässt sich die Kette nur verwenden, wenn jemand zuhause ist - und sie bietet auch keinen Schutz gegen rohe Gewalt, weil dann meist einfach die Schrauben aus dem Mietwohnungs-Türblatt reißen. Aber Türketten verhindern zumindest schnelles, lautloses Eindringen - darauf sind die meisten Einbrecher aus. Schon wenige Augenblicke können die benötigte Verzögerung für Gegenmaßnahmen bringen.

 

Pfefferspray

Doch wie sollen solche Gegenmaßnahmen aussehen? Experten wie der Hamburger Polizeipräsident raten immer dazu, einen ertappten Einbrecher nicht zu bekämpfen, ihn nicht unter Druck zu setzten, um sich nicht in Gefahr zu bringen. Natürlich, solche Ratschläge sind absolut richtig. Dennoch gibt es Situationen, da ist Ausweichen schlicht und ergreifend nicht möglich:

·  Man überrascht den Einbrecher beim Nachhause-kommen und wird sofort attackiert

·  Man erwacht, weil der Kriminelle bereits im Schlafzimmer steht

·  Ein Einbrecher geht aggressiv auf einen los, weil er das Versteck von Wertsachen verraten haben will

In solchen Notfällen wäre selbst eine Polizeistreife, die gerade in die Straße einbiegt, zu weit entfernt, um zu helfen - hier geht es um Sekunden.

Aus diesem Grund gehört ein Pfefferspray in jeden Haushalt, möglichst immer am Mann oder zumindest binnen Sekundenbruchteilen erreichbar, beispielsweise auf dem Nachttisch. Denn auch, wenn auf jedem hierzulande verkauften Spray „Nur zur Tierabwehr" steht, ist es rechtlich vollkommen legitim, sich damit in einer Notwehr- oder Nothilfesituation auch gegen Menschen zur Wehr zu setzen.

Der Markt bietet ein schier unendliches Spektrum an Sprays, Pfefferpistolen usw. Doch das beste Mittel ist das, das man auch dann instinktiv und effektiv bedienen kann, wenn man Sekunden zuvor noch im Tiefschlaf war und sich einem routinierten, unter Adrenalin stehenden Einbrecher gegenüber sieht. Ergo: Eine normale Sprühdosenform. Und zwar weder mit „Sprühnebel" noch „Pfefferschaum", sondern einem konzentrierten Strahl. Der verringert nicht nur, dass der Abfeuernde die Mischung ins Gesicht bekommt, sondern lässt sich auch besser in neuralgische Punkte des Angreifers lenken, etwa die Augen.

 

Tür- und Fensterriegel

Bei einem Großteil aller Einbrüche in Parterrewohnungen bzw. Einfamilienhäuser gehen die Einbrecher nicht über die gut einsehbare und widerstandsfähige Haustür, sondern Fenster und Terrassentüren vor. Und wer sieht, dass seine verriegelt geglaubten Fenster binnen Sekundenbruchteilen mit einem Schraubenzieher oder Kuhfuß aufgehebelt sind, versteht auch, warum Schutz vonnöten ist.

Hier haben Bewohner zwei Grund-Optionen:

1. Die erste wäre, eine verschließbare Türkette zu entfremden. Diese Möglichkeit ist zwar vergleichsweise teuer, kann aber, wenn nur eine Tür/Fenster zu schützen ist, äußerst effektiv sein.

2. Die zweite Möglichkeit sind dedizierte Tür- und Fensterriegel. Diese sind vergleichsweise günstig und bestehen häufig aus wenig mehr als einem Stahlelement, welches so in einen Halter gesteckt wird, dass Tür/Fenster sich nicht öffnen lassen. Sobald mehrere Parterre-Öffnungen zu sichern sind, ist das die günstigere Alternative.

Doch auch, wenn es noch weitere Möglichkeiten der Tür- und Fenstersicherung gibt, lässt sich eines nicht verhehlen: Sie alle schützen nur vor dem Aufhebeln. Schlägt ein Einbrecher hingegen mit roher Gewalt die Scheibe ein, nützt die beste Verriegelung absolut gar nichts. Aus diesem Grund kann es hilfreich sein, zumindest in Phasen der Abwesenheit, von der Straße aus nicht einsehbare Rollläden herabzulassen und von innen zusätzlich mit einem einfachen Riegel gegen Hochheben zu sichern.

 

Generator-LED-Taschenlampe

Normalerweise könnte man glauben, dass unsere Stromnetze sicher sind - das sind sie auch, und recht stabil noch dazu. Allerdings kann es immer wieder Situationen geben, in denen es zu einem Stromausfall kommt - dazu reicht schon ein Auto, das in ein Umspannhäuschen kracht oder einen Strommast umreißt. Wenn das in der Dunkelheit passiert, stehen viele Menschen sprichwörtlich darin.

Nun leben wir im digitalen Zeitalter und viele würden in einem solchen Fall einfach das Smartphone zücken, eine Taschenlampen-App (hier für Android) (hier für Apple) starten und damit den Raum erhellen. Soweit die moderne Denkweise.

Was aber, wenn sich kein solches Programm auf dem Gerät befindet und der nächste Handymast auch vom Stromausfall betroffen ist und somit kein Download möglich ist? Wenn der Stromausfall länger dauert, als die Restleistung des Akkus? - immerhin halten Smartphone-Batterien meist nur wenige Stunden Dauerbetrieb durch. Oder man schlicht kein Smartphone besitzt - auch solche Leute soll es noch geben.

In solchen Fällen kann es eine immense Hilfe sein, auf die Taschenlampe zurückgreifen zu können. Allerdings: Solange dieses Gerät nicht regelmäßig verwendet wird, sollte keine Batteriebetriebene zum Einsatz kommen: Batterien neigen dazu, nach langer Lagerung auszulaufen, verlieren an Spannung usw.

Besser: Viele Hersteller bieten Lampen mit stromsparenden LEDs an, an deren Körper eine Kurbel montiert ist. Diese muss gedreht werden und lädt so über einen eingebauten Dynamo eine Batterie auf - die Taschenlampe leuchtet also praktisch unbegrenzt.

Wichtig ist jedoch, dass die Lampe dort deponiert wird, wo sie auch in völliger Dunkelheit noch rasch erreichbar ist, also beispielsweise:

·  Unter dem Couchtisch

·  Neben der Eingangstür

·  Auf dem Nachttisch

·  In einer Küchenschublade

Um das Auffinden der Lampe in der Finsternis zu erleichtern kann es deshalb hilfreich sein, sie mit einem nachleuchtenden Schlüsselanhänger auszustatten.

In die eigene Sicherheit kann man große Summen investieren - wie viel man davon mitmacht, bleibt jedem selbst überlassen. Die genannten Gegenstände sollten allerdings in keinem Haushalt fehlen, denn sie machen für vergleichsweise geringen Geldaufwand das Leben ein gutes Stück sicherer.

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