Variable Baufinanzierung: Interessant für Selbstständige

Von: Max Geißler
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Aachen. Selbständige haben oft unregelmäßige Einkünfte, gerade deshalb sind flexible Baudarlehen für sie besonders interessant - der hohen Tilgungsfreiheit sei Dank.

Eine Vielzahl von Selbständigen möchte gerne zeitweilige Mehreinnahmen in Haus und Boden investieren. Neben dem klassischen Hypothekenkredit bietet sich für diese Berufsgruppe in erster Linie ein variables Baudarlehen an. Denn variabel verzinste Immobilienfinanzierungen sind nicht in einem starren Tilgungskorsett festgeschnürt, vielmehr ermöglichen sie es, jederzeit zusätzlich zu tilgen. Wer hohe Mittelzuflüsse erwartet und die Schuldenrückführung flexibel an seine Einnahmensituation anpassen möchte, der fährt mit variablen Baudarlehen oft günstig, erläutert Manfred Hölscher vom Baugeldvermittler Enderlein.

Vor allem Unternehmer und freie Berufsgruppen, so etwa Architekten, Ärzte oder Anwälte, deren Einnahmen schwanken, können mit variablen Baudarlehen ihre Zinsbelastung reduzieren. In besonderem Maße geschieht das, wenn sie die Zinsersparnis gegenüber einem Festzinsdarlehen für eine höhere Tilgung nutzen.

Bei variablen Baufinanzierungen stehen Häuslebauer einmal im Quartal vor der entscheidenden Frage: Welche Kreditsumme soll ich zurückführen? Zeitgleich erfahren sie, zu welchem Zinssatz die Restschuld abgestottert werden muss, falls sie das Darlehen nicht komplett zurückzahlen.

Während Immobilienkäufer mit Festzinsdarlehen ihre monatliche Kreditrate exakt kennen und eine komplette Schuldentilgung nicht oder nur mit einer hohen Vorfälligkeitsentschädigung möglich ist, besteht für Kreditnehmer mit variablen Darlehen die Chance, die Kreditschuld schlagartig deutlich zu verringern, stellt Hölscher fest. Trudelt mehr Geld auf das Konto ein, können Kreditschulden außerplanmäßig zurückgeführt werden.

Variables Baudarlehen spart 0,5 Prozentpunkte Zinsen

Die Konditionen des variablen Kredits sind an den dreimonatlichen Geldmarktzins Euribor geknüpft. Zu diesem Zins leihen sich Banken untereinander Geld. Dieser orientiert sich wiederum an der Höhe des europäischen Leitzinses, der aktuell bei 0,25 Prozent steht. Infolge der andauernden Schuldenkrise sowie der lahmenden europäischen Konjunktur befindet sich der Euribor wie andere Kreditzinsen auf einem niedrigen Niveau. Aktuell müssen Bauherren, die ihr Vorhaben mit einem variablen Kredit realisieren, ein bis zwei Prozent Zinsen aufwenden. Somit sind diese Offerten deutlich günstiger als Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung.

Hölscher rät dazu, die Zinsersparnis direkt in die Tilgung zu stecken. Der Euribor könne jedoch jederzeit wieder steigen und aus der flexiblen Finanzierung ein kostspieliges Unterfangen machen. Variable Finanzierungen sind vor allem dann sinnvoll, wenn man außerplanmäßige Einnahmen erwartet und diese in die Kreditrückführung investieren will, so der Baugeldexperte. Der derzeit moderate Zins sollte aber kein Ausschlagkriterium sein. Wer eine Erhöhung der Finanzierungskosten ausschließen wolle, der sollte besser zu einem Festzinsdarlehen greifen.

Für Familien mit festangestellten Kreditnehmern eignen sich variable Immobilienfinanzierungen daher weniger. Gleiches gilt für Immobilienkäufer, die entweder mit geringem Eigenkapital finanzieren möchten oder die insgesamt eine geringe Kreditbelastung wünschen. In solchen Fällen ist aber die Tilgungsleistung zumeist sehr gering und die Laufzeit damit entsprechend lang.

Standardfinanzierungen mit einem Prozent Anfangstilgung benötigen derzeit bis zur vollständigen Tilgung ganze 50 Jahre, sofern keine Sondertilgungen geleistet werden -; für die meisten Kreditnehmer eine viel zu lange Zeit. Besser ist es, den Tilgungssatz von vornherein höher zu wählen und damit die Rückzahlungsgeschwindigkeit zu beschleunigen, rät Hölscher.

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