Kosten im Bereich Wohnen sind Preistreiber: Rückgang der Preise nur noch gering

Von: rd
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Gasleitung
Foto: Bilfinger SE on flickr CC BY-ND 2.0

Wiesbaden. Im Wirtschaftsjargon bemisst der Verbraucherpreisindex, wie teuer die Waren sind, für die wir täglich bezahlen. Für das herstellende Gewerbe sind jedoch die Preise der vorherigen Stufe von größerem Belang, die sich dann im Erzeugerpreisindex widerspiegeln.

Bei beiden Werten für den Februar zeigt sich: Die Wohnkosten und die dazugehörigen Ausgaben wie Energie spielen dabei eine entscheidende Rolle. Nachdem Erzeuger- und Verbraucherpreise über Monate vor allem dank der Energiepreise zurückgingen, gibt es erstmals eine Tendenz zur Stabilisierung. Vor allem der direkte Vergleich mit dem Januar zeigt eindeutig: Der Abwärtstrend bei den Preisen ist zunächst vorbei.

Verbraucher müssen wieder mehr bezahlen: Kosten für Wohnung hauptverantwortlich

Die aktuellen Verbraucherpreise sind maßgeblich von den Erzeugerpreisen abhängig. Doch gerade die Wohnkosten mit den Ausgaben für Miete und Energie betreffen die Endkunden in stärkerem Maße. Insgesamt sind die Preise im Februar 2015 um 0,1 Prozent im Vergleich zum Februar 2014 gestiegen, im Vergleich zum Vormonat gar um 0,9 Prozent. Das hatte das Statistische Bundesamt bereits am 12. März mitgeteilt.

Ein Preistreiber waren die Nettokaltmieten. Die befinden sich in Relation zur aktuellen Einkommenssituation ohnehin auf hohem Niveau. Deren Preise sind aber gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 Prozent gestiegen. Diese Kosten machen über ein Fünftel der Gesamtausgaben aus und schlagen daher besonders stark zu Buche. Auch die Haushaltsenergiekosten sind gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozent gestiegen.

Gewerbetreibende profitieren noch von günstigen Energiekosten

Die Entwicklung der Wohnkosten lässt sich daher nur punktuell aus den Erzeugerpreisen ablesen. Wie das Statistische Bundesamt Mitte März auf seiner Website mitteilt, sind diese zwar um 2,1 Prozent gegenüber Februar 2014 gesunken. Gegenüber Januar dieses Jahres stiegen sie aber geringfügig um 0,1 Prozent - ein klarer Indiz dafür, dass sich die Preise etwas stabilisiert haben. Denn seit Dezember 2013 sind die Preise stetig gesunken.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es wieder die Energiepreise, die mit einem Rückgang von 5,5 Prozent zu den niedrigen Erzeugerpreisen beitrugen. Allein das Mineralöl war um 15,7 Prozent günstiger als noch vor einem Jahr. Allerdings ist Heizöl (+23,3 Prozent) zum direkten Vormonat im Preis wieder stark gestiegen. Hier geht es den Unternehmen also wie den Privatverbrauchern.

Was die Erzeugerpreise für Firmen und Kunden bedeuten

Richard Glöß ist Wirtschaftsexperte des Finanzdienstleisters City Index und sieht diese Entwicklung aus zwei Perspektiven: „Die Erzeugerpreise der letzten Monate bedeuten zwar am Ende auch weniger Kosten für andere Firmen und vor allem für die Privatverbraucher. Doch bei einer unveränderten Produktion ergeben fallende Erzeugerpreise auch sinkende Umsätze. Ohne gleichzeitige Kosteneinsparungen gerät dann auch der Gewinn unter Druck, was die Wirtschaft auf lange Sicht schwächt und vor allem zu weniger Investitionen führt", so Glöß.

Auch Finanzdienstleister wie City Index müssen diese Entwicklung bei der Analyse der richtigen Wertpapiere berücksichtigen, vor allem dann, wenn sie bei der Wahl zum Broker des Jahres eine Chance haben wollen. Erzeuger, Dienstleister und Verbraucher hängen also an denselben Preisfaktoren und sitzen daher im selben Boot.

Der Kostenblock der Miet-, Wohn-, und Energiekosten ist dabei stets ein wesentlicher Faktor. Die dort herrschenden wechselseitigen Abhängigkeiten richtig zu differenzieren ist wichtig, um bei diesem sensiblen Preisbereich Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Neben firmeneigenen Investitionen in nachhaltige Konzepte, gibt es vor allem seitens der Politik meist negative Maßnahmen. Das sehen wir aktuell auf dem Wohnungsmarkt mit der Mietpreisbremse. Experten zweifeln daran, dass so die Wohnkosten gesenkt werden können. Die nächsten Index-Zahlen werden zeigen, wohin die Reise damit tatsächlich geht.

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