Gaspreis-Entwicklung: Die Folgen für den Verbraucher

Von: vo
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Mit einem kostenlosen Gaspreisvergleich lässt sich viel Geld einsparen. Foto: pixabay.com © jarmoluk (CC0 1.0)
Öl
Deutschland ist von russischen Erdgaslieferungen weiterhin im hohen Maße abhängig. Foto: commons.wikimedia.org © JonnyBrazil (CC BY-SA 3.0 de)

Berlin. Die Preise für Erdgas haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Verantwortlich hierfür sind einige Faktoren, die die Verbraucher nicht beeinflussen können. Hierzu zählen politische Krisen sowie die fortschreitende Verknappung der fossilen Energieträger weltweit.

Bei der Wahl des Gasversorgers hingegen können die Verbraucher ein Wörtchen mitreden - und hier lässt sich Geld einsparen.

Zusammensetzung des Gaspreises

Der Preis für Erdgas für den Endverbraucher in Deutschland setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen:

- Preis für die Förderung bzw. für den Import von Erdgas

- Kosten des Transports durch Produzenten/Importeure sowie Transitgebühren

- Kosten für regionale Verteiler zu den örtlichen Versorgern

- Kosten für den Transport zum Verbraucher

- Vertriebskosten

- Erdgassteuer

- Mehrwertsteuer

Eine weitere passende Übersicht bietet auch die Bundesnetzagentur mit konkreten Zahlen zum mengengewichteten Einzelpreisniveau von Gas (Stand: 2013).

Hohe Abhängigkeit von Importen

Die Bundesrepublik Deutschland bezieht Erdgas zu 89% aus Importen. Zu den wichtigsten Herkunftsländern zählen Russland, Norwegen und die Niederlande. Etwa 11% werden hierzulande gefördert. Bei den Importen von Erdgas bestehen häufig langfristige Lieferverträge mit den wichtigsten Lieferländern, die zum Teil an die Preisentwicklung von Erdöl - die sogenannte Ölpreisbindung - gekoppelt sind. Diese direkte Preisbindung wird teilweise auch in Verträgen zwischen Gasversorgern und Industriekunden sowie Kraftwerken verankert.

Private Verbraucher sind beim Bezug von Erdgas von der Preisbindung nicht direkt betroffen. Die Versorger passen die Tarife jedoch in Abhängigkeit ihrer Einkaufspreise an. Diese Preisaufschläge fallen im Regelfall geringer aus als die Schwankungen beim Ölpreis, da der Anteil der Kosten für die Förderung des Gases am endgültigen Preis für private Verbraucher nur etwa 30% beträgt. Die restlichen 70% entfallen auf Transport- und Vertriebskosten sowie auf Steuern und Gewinnmargen.

Mit einem Gaspreisvergleich Kosten einsparen

Die vergleichsweise hohe Besteuerung ist ein Grund für die hohen Gaspreise. Private Verbraucher können über die Höhe ihres Gaspreises entscheiden, indem sie von ihrem Recht auf eine freie Wahl des Gasanbieters Gebrauch machen. Viele Verbraucher machen von dieser Möglichkeit nicht Gebrauch und bleiben häufig Kunden beim lokalen Gasversorger, obwohl es in ihrer Region günstigere Anbieter geben kann.

Ein aktueller Gaspreisvergleich für 2015 sorgt für Transparenz und kann den privaten Kunden helfen, den preiswertesten Anbieter in ihrer Region zu finden. Dabei handelt es sich um ein kostenloses Instrument, das jedem Verbraucher zur Verfügung steht. Die Preise bei den Gasrechnern im Internet sind auf dem aktuellen Stand, da alle neuen Tarife direkt in die jeweilige Datenbank übernommen werden.

Der Gasrechner zeigt die Versorger/Unternehmen in der jeweiligen Wohnregion an und gibt Auskunft über die verschiedenen Konditionen. Verbraucher können sich über die Entwicklung der Preise informieren, müssen einen Wechsel des Anbieters aber nicht durchführen.

Um aussagekräftige Ergebnisse liefern zu können, benötigt der Gasrechner den Wohnort sowie Angaben zum bisherigen Gasverbrauch. Im Anschluss erhalten die Verbraucher eine Übersicht über die Tarife und Konditionen der Gasanbieter. Die Eingabe der Daten ist einfach, auch für Laien nachvollziehbar und gut durchzuführen. Dem Verbraucher wird ein Instrument an die Hand gegeben, mit der er Geld sparen kann.

Die Krise zwischen der EU und Russland und die Auswirkungen

Der private Verbraucher kann bei der Wahl des Gasversorgers entscheiden, er hat jedoch keinen Einfluss auf die Ausgestaltung der Lieferpreise für Erdgas und Erdöl. Diese sind das Resultat von Verhandlungen zwischen Unternehmen wie dem einflussreichen russischen Gasversorger Gazprom und Vertretern der Politik. Die Bundesregierung hat der Bevölkerung versichert, dass kein Bürger hinsichtlich der Versorgungssicherheit beim Heizen mit fossilen Energieträgern besorgt sein muss.

Wegen des anhaltenden Ukrainekonflikts besteht jedoch die Sorge bei einigen Bürgern, Russland könnte bei einer Eskalation des Konflikts die Preise für Erdgasimporte in die Höhe treiben oder gar einen Lieferstopp verhängen. Durch die Verschärfung der bereits verhängten Sanktionen seitens der Europäischen Union (EU) gegenüber Russland könnte der Konflikt weiter angeheizt werden und die Beziehungen zwischen der EU und Russland sich in der Folge weiter versch lechtern.

Seit einigen Jahren diskutieren Politiker, Unternehmensvertreter und Experten von Forschungsinstituten in Deutschland, ob das Anlegen einer strategischen Reserve beim Erdgas ähnlich wie beim Erdöl erfolgen soll, ob neue Pipelines nötig sind, mit denen die Abhängigkeit von russischen Importen verringert werden kann oder hierzulande Schiefergas mit der ökologisch umstrittenen Fördermethode des Frackings gefördert werden soll.

Des Weiteren wird der erhöhte Import von Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) aus allen Weltregionen diskutiert, wobei die Infrastruktur und der Ausbau der benötigten Terminals für eine Speicherung und Umwandlung des Gases vom flüssigen in den gasförmigen Zustand mit den Plänen noch nicht Schritt halten.

Stephan Kohler, Leiter der Deutschen Energie-Agentur (Dena) gehen die Pläne der Bundesregierung, sich in zunehmendem Maße von russischen Lieferungen zu lösen, zu weit: "Wir wollen Versorgungssicherheit ohne Russen, aber kein Fracking. Wir wollen Klimaschutz, aber keine Windräder. Wir haben das größte Aufregungspotenzial, aber keiner ist bereit, mehr für Energie zu bezahlen - das kann nicht gut gehen", mit diesen Worten wird Kohler in einem Artikel im Magazin Cicero zitiert. Russland werde trotz der angespannten Lage den Gashahn nicht zudrehen, ist sich der Dena-Chef sicher. Einen Bezug von Erdgas aus anderen Quellen hält er zurzeit für ökonomisch noch kostspieliger.

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