EZB-Niedrigzins beeinflusst Bausparbranche erheblich

Von: vo
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Berlin. Die Meldung über die erneute historisch einmalige Anpassung des Leitzinssatzes - gemeint ist hier der sogenannte Hauptrefinanzierungssatz - durch die Europäische Zentralbank schlug ein wie eine Bombe. Schnell wurde spekuliert, wie sich der Zinssatz in Höhe von 0,00 Prozent auf den Kreditmarkt auswirken würde.

Eine dieser Entwicklungen hatte sich schon in den Monaten zuvor bemerkbar gemacht. Und zwar im Bereich des Bausparens. Hier zeichnet sich bereits seit einiger Zeit eine Trendwende ab, die dazu führte, dass die deutschen Bausparkassen umdenken und zunehmend neue Wege beschreiten mussten.

Wiederholte Zinssenkung belastet vor allem die Bausparkassen

Für Kunden bedeutet dies vor allem eines: Sie müssen als Bausparer mittlerweile nicht mehr zwingend erst über Jahre hinweg mühsam ein gewisses Basiskapital ansparen. Heute können Kunden ebenso gut erst das Bauvorhaben in Angriff nehmen und im Anschluss mit dem Sparen beginnen.

Viele Anleger, die sich in früheren Jahren für einen Bausparvertrag als ideale Ausgangssituation für die Neubau-Finanzierung bevorzugten, erkennen d as Geschäftsmodell - etwas übertrieben formuliert - kaum wieder. Korrekt ist, dass sich die Bausparkassen am deutschen Markts mit ernsten Problemen konfrontiert sehen.

Experten betonen, dass die Zinsentscheidungen der EZB beim traditionsreichen Bausparen die deutlichsten Spuren hinterlassen. Der Vergleich des Portals http://www.guenstigerkreditvergleich.com/ zeigt nachvollziehbar auf, wohin die Reise bei den Bedingungen geht.

Im Falle der Helaba, also der Landesbank Hessen-Thüringen, und anderer Dienstleister ist diese Entwicklung eher negativ. Die Helaba zeichnet für die Landesbausparkasse verantwortlich, weshalb der Vorstand nur allzu gut um die Auswirkungen des Niedrigzinssatzes weiß.

Kunden verzichten immer häufiger auf vereinbarte Baukredite

Eines der Probleme aus Sicht der Bausparkassen ist darin zu sehen, dass sich Kunden heute anders verhalten, als es das System eigentlich von ihnen verlangt. Wer vor Jahren einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, verzichtet heute zunehmend auf die Inanspruchnahme des eigentlichen Darlehens.

Der Grund besteht darin, dass es vielerorts deutlich günstigere Kredite zur Baufinanzierung gibt. Denn oft sehen Altverträge noch Zinssätze in Höhe von bis zu 4,00 Prozent vor. Ein himmelweiter Unterschied zu Neukrediten, die oft im Bereich von nur etwa 1,00 Prozent angesiedelt sind, wenn Kunden ausreichend Eigenkapital mitbringen und Bonitätsprüfungen entsprechend gut ausfallen.

Die Folge für die Bausparkassen zeigt sich gut am Exempel der besagten Landesbausparkasse Hessen-Thüringen. Dort musste man im vergangenen Jahr 2015 mit ansehen, wie das Baukredit-Volumen im Vorjahresvergleich um mehr als 15 Millionen Euro auf nur noch knapp 59 Millionen Euro sank.

Neue Produkte lösen klassischen Bausparvertrag ab

Die Branche denkt deshalb schrittweise um. So gibt es von Seiten der Landesbausparkasse und vieler Mitbewerber verstärkt eigene Produkte, bei denen auf die mehrjährige Ansparphase für den Bausparvertrag verzichtet wird. Das Zauberwort lautet in diesem Kontext "Vorfinanzierungskredit". Der Bausparvertrag wird in diesem Fall bespart, nachdem Darlehen abgerufen wurden.

Unbedeutend ist dabei vielfach übrigens, ob der besagte Bausparvertrag zum Moment der Kreditauszahlung bereits die sonst erforderliche Zuteilungsreife aufweist. So wird die klassische Abwicklung des Bausparvertrags also genau genommen umgedreht. Im Falle der LBS erweist sich das Modell als erfolgreich, 2015 verbuchte das Unternehmen mit Vorfinanzierungskrediten bereits einen Umsatz in Höhe von 149 Millionen Euro, wie aktuelle Publikationen belegen.

Währenddessen läuft eine regelrechte Kündigungswelle. Bauspar-Anbieter möchten sich verstärkt von Kunden befreien, die an alten Bausparverträge als lukrative Sparprodukte festhalten, aber auf die Kreditmittel verzichten.

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