Polizisten beschlagnahmen Karnevalsgewehr

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Gefährlich? Die Oecher Penn fürchtet um ihre Spielzeuggewehre.

Aachen. Für reichlich Irritationen haben drei Polizisten bei Aachens ältester und größter Stadtgarde Oecher Penn gesorgt. Sie konfiszierten am Samstagnachmittag nach Informationen unserer Zeitung bei einer Kontrolle auf offener Straße das Spielzeuggewehr eines Gardisten, der sich zwar nicht auf dem Weg zu einem Terroranschlag, wohl aber zum nächsten karnevalistischen Auftritt befand.

Zwar vermerkten die uniformierten Beamten in ihrem Polizeibericht, dass sich der Mann mit der vermeintlichen Waffe – offenbar ein nicht schussfähiges Dekorationsmodell namens „Enfield England 1860“ – in einer „kostümierten Tracht“ über die Turmstraße bewegte. Das half dem Gardisten aber nicht. Die Polizei beschlagnahmte die originalgetreue Nachbildung.

Im Polizeijargon handelt es sich bei dem antiquierten Musketen-Nachbau nämlich um eine sogenannte „Anscheinswaffe“. Und eine solche dürfe – so erläuterte es am Sonntag auf Nachfrage die Einsatzleitstelle der Polizei – keinesfalls in der Öffentlichkeit herumgetragen werden. Deswegen werde das Spielzeuggewehr am Montag „der zuständigen Dienststelle zur Begutachtung vorgelegt“. Dem Gardisten droht – quasi wie bei einem Verstoß gegen das Waffengesetz – ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro.

Die Kommandantur der Oecher Penn sprach am Sonntag von einem beispiellosen Vorgang und bat die Polizei um Augenmaß. Man habe im Vorfeld der Anschaffung der über 30 neuen Dekorationswaffen sogar bei der Polizei schriftlich angefragt, ob gegebenenfalls Vorschriften bei der öffentlichen Handhabung zu beachten seien. „Wir haben auf unsere Anfrage nie eine Antwort bekommen“, teilte die Penn mit. Falls das Vorgehen der Polizei Schule macht, könnten die nächsten Aufmärsche der Penn eine kriminell kostspielige Angelegenheit werden.

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