Pleite gegen Florenz: Festtag nur für Geburtstagskind Bernardeschi

Von: Bernd Schneiders
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Häufig im Mittelpunkt: Der agile Patrick Herrmann. Foto: Marius Becker/dpa

Mönchengladbach. Ein Festtag sollte es werden, hatte Dieter Hecking gewünscht. Doch mit einem anderen Drehbuch. Borussia Mönchengladbachs Trainer hatte auf einen Sieg im Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League gegen den AC Florenz gesetzt. Doch zum Feiertag wurde der Donnerstagabend nur für Federico Bernardeschi.

An seinem 23. Geburtstag servierte er sich mit seinem Freistoßtor das am Tag zuvor gewünschte Geschenk, der Hecking-Elf aber eine herbe Niederlage und ein Minus-Polster für das Rückspiel in einer Woche in Florenz. Borussia steuerte zum Gelingen des italienischen Festes eine atemberaubende Nachlässigkeit in der Chancenverwertung bei.

Doch Hecking reagierte trotzig. „Ich fühle noch keine Niederlage. Es gibt zwei Spiele. Und ich habe viel Hoffnung, dass wir das im Rückspiel noch drehen können. Florenz ist noch nicht durch.“ Er wolle seinen Spielern keine Vorwürfe wegen der vielen vergebenen Chancen machen, aber natürlich „hat uns die Effizienz gefehlt“.

Die schlechten Erfahrungen mit italienischen Mannschaften beunruhigten Patrick Herrmann vor der Partie nicht. „Damals waren wir noch sehr jung“, erzählte der 26-Jährige über das Ausscheiden im Sechzehntelfinale der Europa League 2013 gegen Lazio Rom. „Inzwischen sind wir erfahrener und cleverer geworden.“ Zu diesem Zeitpunkt kannte er die Geschichte noch nicht, die die erste Hälfte im Jahre 2017 gegen den AC Florenz erzählen würde.

Mit dem schnellen Außenstürmer in der Anfangsformation – für den zurückgekehrten Lars Stindl musste André Hahn auf die Bank – gelang der Hecking-Elf schnell die Kontrolle im Duell mit dem Tabellenachten der Serie A. Und nicht nur das: Fleißig sammelten die Borussen Torchance um Torchance. Dabei im Mittelpunkt: der agile Herrmann. Die erste Gelegenheit, seine gewachsene Cleverness zu beweisen, vergab er als letztes Glied einer Klein-klein-Stafette – er bekam den Ball nicht an AC-Keeper Ciprian Tatarusanu vorbei (14.).

Zwei Minuten später gab es bei Chance Nummer 2 Entlastendes: Maximiliano Olivera traf den einschussbereiten Herrmann kurz vor der Torlinie am Fuß, die scharfe Flanke von Oscar Wendt verpuffte, der spanische Schiedsrichter Jesus Gil Manzano verweigerte den Elfmeterpfiff. Nichts vorzuwerfen war Herrmann bei seinem feinen Rückpass, den er punktgenau auf Stindl spielte.

Doch der Kapitän zielte unbedrängt aus sieben Metern übers Tor (40.). An der letzten und hochkarätigsten Möglichkeit vor der Pause war Herrmann nicht beteiligt: Eine Hereingabe von Thorgan Hazard semmelte Fabian Johnson an den Pfosten, Stindl setzte den Nachschuss neben das leere Tor (41.).

Der Dominanz der Gladbacher setzten die Florentiner einen einzigen lichten Moment entgegen: Geburtstagskind Bernardeschi zirkelte einen Freistoß aus 26 Metern in den linken Winkel (44.). Eine glückliche Führung, aber auch eine Bestrafung für die vergebenen Chancen und das zu kleinteilige und verschnörkelte Spiel der Borussia am und im gegnerischen Strafraum.

Nach der Pause fand Gladbach nicht mehr zur guten Struktur des ersten Durchgangs zurück. Auch die Chancenausbeute war geringer: Johnson (60.) und Wendt (69.) vergaben knapp. Nun kam Florenz sogar zu Chancen und verdiente sich das Prädikat clever – auch wenn, wie erwartet, nur zwei Italiener in der Startformation standen.

Mönchengladbach: Sommer - Jantschke (65. Drmic), Christensen, Vestergaard, Wendt - Herrmann (77. Hahn), Dahoud, Kramer, Johnson (77. Korb) - Stindl, Hazard

Florenz: Tatarusanu - C. Sánchez, Rodriguez, Astori - Tello (86. Tomovic), Vecino, Badelj, Olivera - Bernardeschi (64. Cristoforo), Valero - N. Kalinic (77. Babacar)

Schiedsrichter: Jesús Gil Manzano (Spanien) Zuschauer: 41 863 Tor: 0:1 Bernardeschi (44.) Gelbe Karten: Kramer / Bernardeschi (2), Badelj (1)

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