Zuversicht der rheinischen Unternehmen wächst

Von: Ulrich Kölsch
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Köln. Die Wirtschaft im Rheinland blickt zuversichtlicher in die Zukunft als im übrigen Nordrhein-Westfalen. Während noch im Herbst die Stimmung deutlich schlechter war als im Landesdurchschnitt, stützt sich der Optimismus jetzt vor allem auf eine deutliche Belebung des traditionell starken Exportgeschäfts.

Das ist das Ergebnis der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der fünf Industrie- und Handelskammern im Rheinland, das am Dienstag in Köln vorgestellt wurde. Die Geschäftslage habe sich seit Herbst zwar verbessert, die Stimmung bleibe aber weiterhin gedrückt, berichtete Jürgen Drewes, Hauptgeschäftsführer der Aachener Kammer. 21 Prozent der Befragten bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 29 Prozent der Unternehmen zeigen sich unzufrieden.

Insgesamt klaffen Einschätzung der gegenwärtigen Lage und Zukunftserwartungen deutlich auseinander. 31 Prozent der Betriebe erwarten eine Verbesserung der Geschäfte - „allerdings von einem schwachen Niveau aus betrachtet”, schränkte Drewes ein. Nur noch jedes fünfte Unternehmen rechnet mit einer Verschlechterung. Insgesamt warnen die Kammer vor allzu großer Konjunktur-Euphorie: „Von einem selbsttragenden Aufschwung kann noch keine Rede sein”, meinte Drewes. Dafür sei der Absturz im vergangenen Jahr einfach zu tief gewesen.

Wesentlich zur Aufhellung des Gesamtbildes hat die Exportentwicklung beigetragen. Vier von zehn Betrieben rechnen in den nächsten Monaten mit einer Zunahme des Auslandsgeschäfts, während nur jeder siebte einen Rückgang erwartet. Auch wenn sich bei den Investitionsplänen der Unternehmen inzwischen eine Trendwende abzeichnet, erwarten die Kammern von der gesamten Investitionstätigkeit noch keine entscheidenden Aufschwungimpulse.

Trotz der Talfahrt hat sich der Arbeitsmarkt im Rheinland als robust erwiesen. Die Arbeitslosenquote stieg dank der Kurzarbeitsregelung im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,2 Prozentpunkte. Die Unternehmen hätten ihre Belegschaft bewusst gehalten, um in der Aufschwungphase genügen Fachkräfte zu haben, meinte Herbert Ferger, Hauptgeschäftsführer der Kölner Kammer. Das sei aber nur vorübergehend möglich, denn „ohne eine weitere positive Konjunkturentwicklung belastet die Kurzarbeit die Substanz der Unternehmen.”

An der Umfrage beteiligten sich 2100 Unternehmen in den Kammerbezirken Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Köln, Mittlerer Niederrhein und Aachen.
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