Zucker aus heimischen Rüben bleibt das Geschäftsmodell

Von: ahw
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Abgekippt: Am Mittwoch haben die ersten Rübenlieferung der Kampagne 2016 die Jülicher Zuckerfabrik erreicht. Foto: Antonius Wolters

Jülich. Für die rund 1450 Rübenanbauer in der Region, die am Mittwoch mit der Ernte begonnen haben, ist es die letzte Kampagne vor Auslaufen der Zuckermarktordnung. Neben dem Wetter – zunächst zu nass und kühl, am Ende trocken und heiß – hat das viele Landwirte nervös gemacht.

Derzeit können sie noch mit einem festen Mindestpreis für die süßen Feldfrüchte rechnen, der sich auf 25,44 Euro plus Nebenleistungen pro Tonne Rüben beläuft. Nachdem zuletzt die Getreideernte weit hinter den Erwartungen geblieben ist, muss die Zuckerrübe bei vielen Betrieben den Jahresertrag retten.

Das sieht nach dem Auslaufen der Marktordnung 2017 ganz anders aus, denn dann ist auch die Zuckerrübe den freien Marktkräften mit Angebot und Nachfrage ausgesetzt, was einerseits Chancen bietet, aber auch mit Risiken verbunden ist. Da in der Landwirtschaft die Produktionsplanungen naturgemäß sehr viel langfristiger angelegt sind, sandte der Kölner Zuckerkonzern Pfeifer & Langen (P+L) bereits im Januar bei einer Tagung des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes das Signal aus, dass er weiter auf die Vermarktung des aus Rüben erzeugten Zuckers setzt und diese Produktionsmengen sogar noch kräftig ausweiten möchte, sofern die Partner aus der Landwirtschaft bei diesem Vorhaben mitziehen.

So hat P+L in den vergangenen Monaten mit den Rübenbauern die neuen Vertragsliefermengen für die Jahre 2017 bis 2019 vereinbart. Statt des gewohnten Mindestpreises orientiert sich der so genannte Flexpreis für Rüben allerdings bei den kommenden Kampagnen an den mittleren Zuckerpreisen, die das Unternehmen bei seinen Verkäufen tatsächlich am Markt erzielt hat.
Dass die Rübenbauern tatsächlich mitziehen wollen, bestätigt Heinz Leipertz, bei P+L Leiter Landwirtschaft für die Werke im gesamten Rheinland. „2017 steigt die Rübenmenge im Rheinland um 20 Prozent“, rechnet er die erzielten Vereinbarungen hoch.

Das hat zur Folge, dass im Einzugsgebiet der Jülicher Zuckerfabrik, das zwischen Aachen und Mönchengladbach, dem Selfkant und Düren liegt, die Rübenanbaufläche von aktuell gut 17.000 Hektar ab 2017 entsprechend ausgeweitet wird.

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