ZAB: Von der Disko bis zum Bestatter

Von: Tobias Röber
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Einfach mal ausprobieren: Bei der ZAB können Jugendliche in viele verschiedene Berufe hineinschnuppern. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Nach wenigen Minuten kommt Maj-Britt Talke richtig ins Schwitzen. Mit dem großen Hobel beackert sie beharrlich das lange Stück Holz, das sie vor sich eingespannt hat. Schreinergesellin Vera Huhn schaut mit einem Lächeln zu und belohnt die 13-jährige Realschülerin mit einem kleinen Präsent sowie einem „gut gemacht”.

Maj-Britt Talke zieht mit ihrer Freundin Nora Vanessa Timar, 15 Jahre alt, zufrieden weiter zum nächsten Stand. 100 Aussteller (116 im Jahr 2009) haben sich an der ZAB, der Messe unserer Zeitung für „Zukunft, Ausbildung, Berufswahl” von Mittwoch bis Freitag beteiligt. Trotz leicht zurückgehender Teilnehmerzahlen war die 13. Auflage ein Erfolg.

Von der Disko bis zum Bestatter

„Wir sind froh, dass wir erneut vielen Schülern aus der Region die Chance bieten konnten, sich auf dem Arbeitsmarkt umzusehen”, lautet das Fazit der Projektverantwortlichen unserer Zeitung, Monique Heutz. 12.600 Besucher (13.000 im vergangenen Jahr) im Aachener Eurogress zeugen von großem Interesse. Den Schülern wird auch viel geboten: Vom Energieunternehmen bis zum Schnellrestaurant, von der Diskothek bis zum Bestatter, von der Hochschule aus In- und Ausland bis zum Berufskolleg - für jeden ist ein passender Aussteller dabei. Dazu gibt es Workshops und Vorträge.

Das Gehörlosen-Projekt Vibelle der RWTH erfreut sich wachsender Beliebtheit, und sorgt für noch mehr Barrierefreiheit vor allem bei den gehörlosen Besuchern. Auch den Bewerbungsmappencheck mit kostenlosem Passfoto nehmen die Jugendlichen dankend an. Leider auch die bequeme Möglichkeit, Unmengen an Müll vor der Eurogress-Türe liegen zu lassen.

Dagmar Göbbels vom Berufskolleg Alsdorf ist seit der ersten Stunde bei der ZAB und weiß, „dass man viele Schüler auch an die Hand nehmen muss. Einige Schüler kennen viele Berufe gar nicht. Aber wenn sie diese einmal kennengelernt haben, sind sie oft begeistert.”

Am Stand der Hogeschool Zuyd, einer der zehn größten Fachhochschulen in den Niederlanden mit Standpunkten in Heerlen, Maastricht und Sittard, lernen Maj-Britt Talke und Nora Vanessa Timar, dass es in den Niederlanden ein wenig anders zugeht. „Wir haben eine âDuz-MentalitätÔ”, sagt Dozentin Loes Haenen und lacht. Bei Deutschen sind an der niederländischen Fachhochschule seit Jahren Ausbildungen in Kunst und Gesundheitswesen besonders beliebt. Neue Ausbildungsberufe wie Computerdesign werden immer stärker nachgefragt. Anita Straet von der Hogeschool Zuyd kennt einen weiteren Trend: „Viele Schüler fragen uns, wie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind. Der reine Spaß am Studium steht nicht mehr im Vordergrund.”

Es gibt auch stets Neues bei der ZAB: Die Woche der Weiterbildung für Menschen mit Migrationshintergrund, die in der Städteregion federführend von der Arge organisiert wird und die „Jobwall” direkt hinter der Eingangshalle, auf der die ausstellenden Firmen ihre freien Ausbildungsstellen inserieren. „Die Jobwall wird sehr gut angenommen”, sagt Heutz.

Maj-Britt Talke und Nora Vanessa Timar ziehen ein positives Fazit: „Die ZAB ist eine prima Gelegenheit, sich über viele Berufe zu informieren.” Ein Handwerk wie Schreinern ist trotz der gelungenen Praxisprobe nichts für die beiden. Maj-Britt Talke will Schauspielerin werden und ihre Freundin Krankenpflegerin. Die ZAB hat den beiden bei ihrer Entscheidung geholfen.
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