Wirtschaft der Region kommt auf Touren

Von: Ulrich Kölsch
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Aachen. „Das Tal der Rezession ist durchschritten. Für eine Entwarnung ist es jedoch noch zu früh.” So fasst Jürgen Drewes das Ergebnis der Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammer Aachen bei 360 Unternehmen mit 45.000 Beschäftigten zusammen.

Damit bewege sich die Region im Gleichschritt mit dem bundesweiten Trend, stellte der Hauptgeschäftsführer der Kammer am Mittwoch in Aachen zufrieden fest.

Wichtig sei die Tendenz: So ist die Lage der Unternehmen zwar immer noch leicht negativ, sie hat sich aber in den letzten sechs Monaten seit der letzten Umfrage deutlich verbessert. Bereits jedes vierte Unternehmen bezeichnet seine aktuelle wirtschaftliche Lage als gut.

Wichtig sei auch die Prognose: Im Vergleich zum Frühjahr haben sich die Geschäftsaussichten deutlich verbessert. 27 Prozent der Befragten rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, 24 Prozent mit einer negativen. Der Saldo aus günstiger und negativer Einschätzung stieg seit der Frühjahrsumfrage um 36 Prozentpunkte auf drei und liegt damit im positiven Bereich. „Somit befindet sich die Wirtschaft im Kammerbezirk bereits wieder in der Aufschwungphase. Diese Ergebnisse machen Mut”, jubelt Drewes.

Licht und Schatten liegen bei der Konjunkturbeurteilung dicht beisammen. So hat sich das Industriegeschäft seit dem Frühjahr kaum verändert. Der Saldo der Bewertung stieg gerade einmal um drei Prozentpunkte. Vier von zehn Unternehmen melden eine negative Geschäftslage und nur jeder fünfte Industriebetrieb eine gute wirtschaftliche Situation.

Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung stieg seit dem Frühjahr von 70 auf 72 Prozent. Nur bei einem Viertel lag die Auslastung bei über 85 Prozent. Drei von vier Befragten meldeten einen Umsatzrückgang in den letzten sechs Monaten und über die Hälfte verzeichnete eine Verschlechterung der Ertragslage. Besser als in der Industrie sieht es im Dienstleistungsbereich aus, wo fast ein Drittel die Geschäftslage als gut bezeichnet, 18 Prozent als schlecht.

Handel im Aufwind

Verbessert hat sich die Situation im Handel. 23 Prozent meldeten eine gute Lage, 13 Prozent eine schlechte. Der Saldo stieg um drei Prozentpunkte auf zehn. Optimistisch gab sich der Einzelhandel. Der Saldo aus positiver und negativer Einschätzung stieg um sieben Prozentpunkte auf 31. Das ist der höchste Wert aller Wirtschaftssektoren im Kammerbezirk.

Traditionell hat der Export in der regionalen Wirtschaft eine besondere Bedeutung. Hier hat sich die Wirtschaftskrise in den letzten sechs Monaten besonders bemerkbar gemacht. Zwei Drittel der Firmen meldete Rückgänge beim Auslandsumsatz, zehn Prozent eine Zunahme. Inzwischen setzt aber ein Drittel wieder auf eine Zunahmen des Auslandsgeschäfts, während 24 Prozent mit weiteren Rückgängen rechnen. Optimismus herrscht vor allem im Metallbereich, der Ernährungsindustrie und der Chemie.

Deutliche Zurückhaltung besteht noch bei den Auslandsinvestitionen, die nur von acht Prozent der Betrieb hochgefahren werden, während 15 Prozent sich dort schwächer engagieren.

Viele Firmen gaben in der Umfrage an, die Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung genutzt zu haben. 41 Prozent reduzierten die Arbeitszeit, 30 Prozent verlängerten befristete Verträge nicht mehr, 20 Prozent verzichteten auf Leiharbeit. Kurzarbeit wurde von einem Viertel der Unternehmen angemeldet. „Dank dieser Möglichkeiten sind die Folgen der Rezession für den Arbeitsmarkt geringer als erwartet”, meint Drewes. Die Zahl der Firmen, die Personalabbau planen, sank von 40 auf 28 Prozent, an eine Aufstockung denken 14 Prozent.
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