Wie man aus Beton filigrane Designermöbel herstellt

Von: cc
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Uhren, Firmenschilder, Kanus – das alles kann man aus Beton herstellen. Die FH-Studenten und Gründer Dirk Thal, Erick Regehr und Leon Bockstegers (von links) beweisen es mit ihrem neuen Unternehmen. Unterstützt werden sie dabei von Prof. Hans Paschmann. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Alles begann im Jahr 2012, als sich Leon Bockstegers, Dirk Thal und Erick Regehr an der Fachhochschule Aachen im Rahmen ihres Bauingenieurstudiums kennenlernten. Die drei Studenten verstanden sich auf Anhieb und hatten schon bald ein gemeinsames Ziel: den Baustoff Beton neu zu interpretieren.

Vier Jahre später sind die drei Geschäftspartner und Inhaber der Firma Contopia. Sie produzieren und vertreiben hochwertige Designermöbel und Einrichtungsgegenstände aus High-Tech-Beton.

Schon während seiner Ausbildung vor dem Studium hatte Dirk Thal eine Leidenschaft für Beton entwickelt – und begeisterte damit seine zwei Kommilitonen. „Der Baustoff ist erst 200 Jahre alt und bietet noch sehr viele Möglichkeiten“, sagt Thal, der auch Baustoffprüfer für Mörtel und Beton ist.

Dies zeigt auch die Deutsche Betonkanu-Regatta der deutschen Zement- und Betonindustrie, die alle zwei Jahre stattfindet und an der Thal für die FH bereits 2013 mitwirkte. In diesem Jahr erreichte das Team aus Aachen den zweiten Platz, im Jahr 2015 wurde die FH für die innovative Bauweise und die bis ins Detail hervorragende handwerkliche Ausführung mit dem ersten Preis in der Kategorie Gestaltung ausgezeichnet. Die nur sechs Millimeter dünne Bootshaut der rund fünf Meter langen Kanus besteht aus hochfestem Beton mit einer Bewehrung aus Karbon.

Dass aus Beton Möbel und viele andere Objekte entstehen können, zeigt die Firma Contopia seit ihrer Gründung im April 2016. Anfang Juni zog das junge Unternehmen nach Aachen-Brand. Dort mieteten die drei 21, 23 und 29 Jahre alten Gründer Produktions- und Büroflächen in der Fertigungshalle der Tischlerei Korr an. In ihren neuen Geschäftsräumen wollen Bockstegers, Thal und Regehr Technologien aus dem Baugewerbe in ihre Produkte einbringen und den Beton mit anderen Materialien kombinieren. So soll der Baustoff wohnlich wirken und in jede Einrichtung integrierbar werden.

Der erste Esstisch aus Beton ist bereits fertiggestellt und wurde ausgeliefert . In der Entwicklungsphase befinden sich eine Wanduhr aus Beton und Sektgläser mit Stielen aus Beton und Kelchen aus Glas. Weitere Produkte aus zum Beispiel lichtdurchlässigem oder elektrisch leitenden Beton sollen folgen – gerne auch in konkreter Absprache mit den Kunden. „Wir sind offen für Ideen und entwickeln diese bis zum fertigen Produkt weiter“, sagt Bockstegers.

Auch sind Kooperationen mit der FH Aachen möglich. Denn gute Kontakte bestehen nach wie vor zu Prof. Hans Paschmann, dem Fachdozenten für Baustoffkunde an der FH Aachen und damaligen Betreuer des Betonkanu-Projekts. „Ich verfolge ich den Weg dieser drei überaus engagierten Noch-Studenten zu hoffentlich erfolgreichen Jungunternehmern mit Spannung und Zuversicht“, sagt der Professor. Im kommenden Jahr wollen die drei Gründer ihr Studium an der FH abschließen. Die Deutsche Betonkanu-Regatta 2017 möchten sie dann als Sponsor unterstützen.

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