Wie die FH Aachen Firmen bei der Digitalisierung hilft

Von: André Schaefer
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Hat das Praxis-Projekt für Studenten an der Fachhochschule Aachen initiiert: Prof. Marco Motullo. Foto: FH Aachen

Aachen. Es wäre etwas übertrieben zu behaupten, Marco Motullo möge die Theorie nicht so gerne. Motullo ist Professor des Lehrgebiets Medienmarketing und Betriebswirtschaftslehre am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der FH Aachen.

Es gehört zu seinem Job, sich mit der Theorie der Betriebswirtschaftslehre auseinanderzusetzen. Doch Motullo, der seit September an der FH beschäftigt ist, liebt die Praxis dann doch etwas mehr. Das mag mit seiner Vorgeschichte zu tun haben, jahrelang war er in der Praxis tätig, zunächst bei Henkel in Düsseldorf, zuletzt als Geschäftsführer eines Berliner Start-ups. In jedem Fall präferiert er es, dass seine Studenten ihr Wissen in der Praxis anwenden. Und zwar bei überregionalen Unternehmen, möglichst mit tiefen Einblicken in deren Unternehmensabläufe.

Aus diesem Grund hat Motullo im Rahmen des Bachelor-Studiengangs „Media and Communications for Digital Business“ jetzt ein Projekt konzipiert, bei dem rund 60 Studenten in ihrem dritten Semester für Unternehmen aus ganz Deutschland digitale Geschäftsmodelle und Marketingkonzepte entwickeln. Es geht um Marketing im Internet, Suchmaschinenoptimierung, die Einführung erster Online-Shops oder Produktentwicklungen für den Online-Markt. „Kooperationen mit Unternehmen hat es an der FH schon immer gegeben. Neu ist, dass es überwiegend überregionale Firmen sind und diese im Bereich der digitalen Wirtschaft verankert sind“, sagt Motullo.

Die Bandbreite der Projektpartner ist groß: Von kleinen Start-ups über führende Automobilhersteller bis hin zu etablierten Unternehmen der digitalen Wirtschaft wie zum Beispiel Deutschlands größter Online-Optiker Mister Spex. „Einige dieser Firmen sind im digitalen Wirtschaftsbereich bereits seit Jahren erfolgreich unterwegs, andere stehen erst am Anfang. Das macht es so spannend“, sagt Motullo.

Handel im Netz ausbauen

Zu Beginn des Semesters stellten sich die Unternehmen in Aachen den Studenten vor. Erste Fragen wurden geklärt, erste Ideen entwickelt. Eine dieser Ideen: einem Münchner Start-up dabei helfen, Ledergürtel im Onlinehandel zu verkaufen. „Es geht dabei um Fragen wie: Lohnt es sich, Google-Anzeigen zu schalten? Wenn ja, über welche Suchbegriffe? Oder ist es sinnvoll, mit Bloggern zusammenzuarbeiten, die über die Produkte schreiben und auf den Onlineshop verlinken?“, erklärt Motullo.

Im Januar werden die Ergebnisse den Projektpartnern präsentiert. Karina Kirch, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Kurse mitgestaltet, weiß: „Die Studenten befinden sich im dritten Semester, sind also noch recht unerfahren, was den Kontakt mit Geschäftsführern angeht. Auch dabei werden sie von uns unterstützt“, sagt sie. „Die Unternehmen selbst begrüßen es auf jeden Fall, dass junge, kreative Menschen ihre Ideen aktiv einbringen.“

Der interdisziplinäre Studiengang „Media and Communications for Digital Business“ wurde zum Wintersemester des vergangenen Jahres eingeführt. Er besteht jeweils zu 30 Prozent aus dem Bereich Kommunikation und Management, zu 40 Prozent aus dem Bereich Technik. „Absolventen dieses Studiengangs sind in der immer wichtiger werdenden digitalen Wirtschaft gerne gesehen“, sagt Motullo. „Denn sie werden sozusagen als Allrounder ausgebildet.“

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