WestLB verkauft Geschäft mit Millionären

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
WestLB
Der WestLB-Firmensitz in Düsseldorf. Foto: dpa

Düsseldorf. Die deutliche Verkleinerung der angeschlagenen WestLB kommt zügig in Gang. Nur zwei Tage nach den umfangreichen Auflagen der europäischen Wettbewerbshüter gab der Düsseldorfer Bankkonzern den Verkauf der Weberbank bekannt.

Die Berliner WestLB-Tochter für vermögende Privatkunden wird von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam übernommen, wie die WestLB nach der Vertragsunterzeichnung am Donnerstagabend bekanntgab. Auch die Tochtergesellschaft WestLB International Luxemburg stehe auf der Verkaufsliste, sagte ein WestLB-Sprecher am Freitag in Düsseldorf.

Damit trennt sich die WestLB von dem Geschäft mit vermögenden Privatkunden im In- und Ausland. Erst vor vier Jahren hatte die WestLB unter der Regie ihres damaligen Vorstandsvorsitzenden Thomas Fischer die Weberbank von der damaligen Bankgesellschaft Berlin (heute Landesbank Berlin) übernommen. Die Bilanzsumme der Weberbank, die 234 Mitarbeiter hat, wird in Branchenkreisen auf drei Milliarden Euro geschätzt. Bei einem Verkauf der Tochter WestLB International Luxemburg würde die nordrhein-westfälische Landesbank Geschäfte in einem Umfang von schätzungsweise 6,5 Milliarden Euro abgeben.

Die EU-Kommission hatte am Dienstag milliardenschwere Staatshilfen für die WestLB gebilligt und der Bank gleichzeitig eine Schrumpfkur verordnet. Brüssel genehmigte Garantien in Höhe von fünf Milliarden Euro für ausgelagerte Risiken. Im Gegenzug muss die WestLB ihr Geschäft halbieren. Das bedeutet die Trennung von Aktivitäten in der Größenordnung von etwa 140 Milliarden Euro. Die großen Schritten auf diesem Weg sollen die Auslagerung werthaltiger Papiere der WestLB im Volumen von 87 Milliarden Euro und der Verkauf der Westdeutschen Immobilienbank mit einer Bilanzsumme von 26 Milliarden Euro sein.

Außerdem muss die verkleinerte WestLB bis Ende 2011 mehrheitlich über ein Bieterverfahren verkauft werden. Eigentümer der WestLB sind das Land Nordrhein-Westfalen sowie Sparkassen und Kommunen. Bereits in den vergangenen Jahren vollzog die WestLB, deren Spitze mehrfach ausgewechselt wurde, wiederholt einen Kurswechsel im Geschäft mit den vermögenden Privatkunden. Das eigene Geschäftsfeld wurde 2003 an die Privatbank Merck Finck & Co verkauft. 2005 stieg die WestLB mit der Übernahme der Weberbank wieder in das Geschäft mit Millionären ein.

Die Homepage wurde aktualisiert