Düsseldorf - WestLB-Aufspaltung startet nächste Woche

WestLB-Aufspaltung startet nächste Woche

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Düsseldorf. Jetzt wird es ernst: In der kommenden Woche soll die Aufspaltung der angeschlagenen WestLB in eine Kernbank und eine Bad Bank beginnen.

Geplant ist, in einem ersten Schritt Papiere im Volumen von rund 6 Milliarden Euro bis 18. Dezember abzuspalten. In einem zweiten Schritt soll dann bis Ende April 2010 das Gesamtpaket im Volumen von 85 Milliarden Euro in eine Bad Bank ausgelagert werden.

Darin werden auch die 6 Milliarden Euro aus dem ersten Schritt enthalten sein. Die erforderlichen Vertragswerke für die Auslagerung beschossen die Eigentümer nun bei ihrer Hauptversammlung, wie die WestLB am Samstag in Düsseldorf mitteilte.

Damit wird die WestLB als erste Bank in Deutschland mit Hilfe des Bundes eine Bad Bank gründen. Das soll rückwirkend zum 1. Januar 2010 erfolgen. Die Bank setze nun ein Konzept um, das sie seit gut einem Jahr mit großen Nachdruck vorangetrieben habe, sagte Vorstandschef Dietrich Voigtländer. Damit werde sich eine „schlagkräftige Kernbank für den Konsolidierungsprozess positionieren können”.

Bei dem auszulagernden Gesamtpaket von 85 Milliarden Euro handelt es sich um Aktivitäten, die nicht mehr zum Kerngeschäft der WestLB gezählt werden. Darunter befinden sich strukturierte Finanzierungen sowie Anleihen von Staaten, Unternehmen und Finanzinstituten.

Darin enthalten ist auch die Refinanzierung einer Zweckgesellschaft, in die die WestLB bereits Anfang 2008 risikoreiche Papiere im Volumen von 23 Milliarden Euro ausgelagert hatte. Diese Zweckgesellschaft in Irland gilt als eigentliche Bad Bank der WestLB. Sie schrumpft durch die jetzt geplante Abspaltung von Geschäftsaktivitäten um ein Drittel.

Ende November hatten die WestLB-Eigentümer und der Bund ein Rettungspaket für die nordrhein-westfälische Landesbank geschnürt. Der Bund gibt eine Kapitalspritze von bis zu 4 Milliarden Euro für die Kernbank. Die NRW-Sparkassen und das Land NRW tragen Garantien in Höhe von 1 Milliarde Euro für die Bad Bank und müssen außerdem auch unerwartete Verluste der Bad Bank übernehmen.

Die NRW-Sparkassen wollen deshalb über 25 Jahre einen Teil ihrer Gewinne zurücklegen und inklusive Zinseffekten eine Summe von 4,5 Milliarden Euro ansparen. Das Geld verbleibe in den Sparkassen, das Tagesgeschäft leide nicht.
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