WestLB am Scheideweg

Von: Peter Lessmann, dpa
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Für die WestLB ist 2011 ein Schicksalsjahr. Bankvorstände, Eigentümer, Politiker und Wettbewerbshüter ringen um eine Lösung für das krisengeschüttelte Institut. Foto: dpa

Düsseldorf. Für die WestLB ist 2011 ein Schicksalsjahr. Bankvorstände, Eigentümer, Politiker und Wettbewerbshüter ringen um eine Lösung für das krisengeschüttelte Institut.

Drei Optionen hat die WestLB für die nächste Zukunft: Entweder, ihr gelingt der Schulterschluss mit einer anderen Landesbank. Oder es findet sich ein Investor, der das Institut kauft. Funktioniert beides nicht, droht die Zerschlagung. „Die WestLB alleine wird es künftig jedenfalls nicht mehr geben”, fasst ein Finanzmarktexperte die Lage der Bank ungeschminkt zusammen.

Viel Zeit bleibt Vorstandschef Dietrich Voigtländer nicht. Schon am 15. Februar müssen die Düsseldorfer zum Rapport in Brüssel antreten und einen überarbeiteten Sanierungsplan vorlegen. Der zweite wichtige Termin ist das Jahresende 2011. Nach früheren Vorgaben der EU-Kommission hat die WestLB bis dahin Zeit, einen neuen Eigentümer zu finden. Doch Kenner der Branche erwarten, dass schon bis Februar Februar die Konturen einer Lösung erkennbar sein dürften.

Um den Verkaufsprozess der WestLB kümmert sich seit Herbst dieses Jahres der frühere CDU-Finanzexperte Friedrich Merz. Sowohl strategische als auch Finanzinvestoren meldeten bis Ende Oktober ihr Interesse an, darunter angeblich auch eine chinesische Bank. Ein Sprecher von Merz sagte, der eingeleitete Verkauf verlaufe planmäßig. „Der extreme Zeitdruck tut dem Prozess gut.”

Doch der WestLB-Vorstand und die Eigentümer präferieren weiterhin eine andere Lösung: den Schulterschluss mit einer Landesbank. Allerdings stehen die Erfolgsaussichten nicht gut. „Ich fürchte, das Zeitfenster für die Konsolidierung ist zu”, sagte unlängst NRW- Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Mehrfach erhielten die Düsseldorfer einen Korb, zuletzt von der BayernLB, die vor wenigen Wochen die Fusionsgespräche vorzeitig abbrach.
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