Aachen - Weltkonzern Amazon eröffnet Standort in Aachen

Weltkonzern Amazon eröffnet Standort in Aachen

Von: André Schaefer
Letzte Aktualisierung:
13801276.jpg
Die Initiatoren stehen in den Startlöchern: Die St.-Elisabeth-Kirche an der Jülicher Straße ist die Heimat des Aachener „Digital Hub“. Am Freitag wurde der Standort offiziell vorgestellt. Foto: Andreas Herrmann
13800514.jpg
Schauten mit dem Lautsprecher Echo in die Zukunft: (v.l.) Standortleiter Max Bisani, RWTH-Informatik-Professor, Hermann Ney und NRW-Minister Garrelt Duin bei der Eröffnung des Aachener Amazon-Centers.

Aachen. Die Location steht, die Pläne sind ausgearbeitet und die Initiatoren warten nur noch darauf, mit der Arbeit loszulegen: Der „Digital Hub“ steht sozusagen in den Startlöchern. Am Freitag wurde die St.-Elisabeth-Kirche als Heimat des Aachener Digitalisierungszentrums offiziell vorgestellt.

„Das ist zweifelsohne ein sehr besonderer Ort für unser Vorhaben, die Digitalisierung und damit die Zukunft in der Region einzuleiten und voranzutreiben“, sagte Oliver Grün, Vorstandsvorsitzender des „Digital Hub“. Sobald die Inneneinrichtung steht, soll das ehemalige Gotteshaus als Co-Working-Space zur Verfügung stehen, in dem die Wirtschaft, die Wissenschaft und Start-ups aus der Region an digitalen Geschäftsmodellen feilen können.

Kooperation und Vernetzung, das sind zwei Schlüsselwörter, wenn es um die Digitalisierung geht. Kooperieren will der „Digital Hub“ dabei auch mit einem Weltkonzern: Amazon. Das amerikanische Unternehmen ist keineswegs bloß in den großen Metropolen der Welt Zuhause, seit kurzem hat er auch einen Standort in Aachen, im Herzen der Stadt.

Im März 2013 gründete Amazon seine neue Amazon Development Center Germany GmbH, ein ausgegliedertes Unternehmen, das sich mit Standorten in Berlin, München, Dresden und neuerdings eben Aachen allein um die Entwicklung von Betriebssystemen und selbstlernenden Technologien befasst. Einer dieser zukunftsweisenden Technologien ist Amazon Echo, ein Lautsprecher, der vollständig durch Sprache gesteuert wird. „Die Sprachsteuerung wird alles verändern“, sagte Max Bisani am Freitag im Rahmen der Eröffnung des neuen Amazon-Standortes.

Bisani ist der Leiter des Aachener Development Center. Mit seinem 80-köpfigen Team, bestehend aus IT-Experten und Sprachwissenschaftlern, hat er es sich auf die Fahne geschrieben, den Lautsprecher noch intelligenter zu machen. Dabei ist die Art und Weise, wie die Kommunikation mit dem Hightech-Gerät funktioniert, bereits imponierend. Über eine Sprachassistenten, der den Namen Alexa trägt, kann man aus bis zu fünf Metern Entfernung auf Befehl Musik abspielen, die Uhrzeit abfragen oder die Heizung steuern. Voraussetzung ist jeweils, das Gerät zunächst mit „Alexa“ anzusprechen, damit es reagiert.

Mehr als 100.000 Wörter hat das System bereits in seinem Wortschatz. „Wir arbeiten daran, dass es noch mehr werden und Alexa noch intelligenter spricht und uns besser versteht“, sagte Bisani. „Wir haben schon viel erreicht, aber viel mehr liegt noch vor uns.“

Dass Amazon Echo und Alexa technisch noch nicht ausgereift sind, weiß auch Hermann Ney. Der Informatiker und RWTH-Professor ist ein ausgewiesener Experte der Spracherkennungssysteme. „Wir forschen seit Jahren an Maschinen, die die Sprache irgendwann einmal beherrschen wie der Mensch selbst“, sagte er. Kein Wunder also, dass Amazon mit Blick auf die Hochschule den Standort Aachen auswählte.

„Wir stehen bei der Optimierung der Spracherkennung vor einer intellektuellen Herausforderung, die wir sehr gerne gemeinsam mit Amazon anpacken“, sagte Ney. Von den Erkenntnissen der gemeinsamen Forschung sollen auch andere Geschäftsmodelle profitieren.

Während in den USA die ersten Amazon-Echo-Geräte bereits auf dem Markt erhältlich sind, muss man sich in Deutschland zunächst auf eine Art Warteliste setzen lassen. Gut möglich, dass Garrelt Duin dies bald machen wird. Der NRW-Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk war am Freitag in Aachen auf Reisen, um sich über die fortschreitende Digitalisierung in der Region ein Bild zu machen.

Von den Fähigkeiten des kommunizierenden Lautsprechers überzeugt sich Duin ebenso wie von der außergewöhnlichen Heimat des „Digital Hub“. „Wir wollen, das Nordrhein-Westfalen das Digital-Land nummer eins wird. Dafür braucht es innovative Standorte, wie es Aachen nun mal ist“, sagte Duin.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert