Vorsichtiger Blick nach vorn

Von: Ulrich Kölsch
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Düren. „Eine eindeutige Besserung ist noch nicht erkennbar. Aber die Stimmung hat sich aufgehellt”. So fasste Stephan Kufferath am Donnerstag die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich und Euskirchen (VIV) zusammen.

Positiv wertete der VIV-Vorsitzende, dass die 82 beteiligten Unternehmen die aktuelle Lage deutlich günstiger als noch vor wenigen Monaten beurteilen. Trotz aller Vorsicht glaubt Kufferath, „dass das Schlimmste vorüber ist”. Vom Export gingen bereits wieder kräftige Impulse aus und auch ein schwächerer Euro dürfte für eine Verfestigung der konjunkturellen Belebung sorgen. Die Dürener Industrie ist extrem exportabhängig: Im vergangenen Jahr machte das Auslandsgeschäft rund die Hälfte des Umsatzes aus.

Beim aktuellen Konjunkturtest beurteilten rund ein Fünftel der Unternehmen ihre augenblickliche Geschäftslage mit „schlecht”. Im Oktober vergangenen Jahres waren es noch 38 Prozent.

Mit einer weiteren Verschlechterung in den nächsten sechs Monaten rechnen nur elf Prozent, während 53 Prozent der Unternehmen von einer gleichbleibenden Entwicklung ausgehen.

Die Ertragslage der Unternehmen lässt nach Kufferaths Ansicht zu wünschen übrig: 45 Prozent bezeichnen sie als schlecht gegenüber 51 Prozent im Oktober. Das dürfte sich auch in der nächsten Zeit nur wenig ändern, denn rund die Hälfte der Betriebe gehen von einer gleichbleibenden Gewinnerwartung aus, während ein Viertel sogar eine Verschlechterung voraussieht.

Inzwischen haben sich auch die Auftragsbücher wieder gefüllt, nachdem es in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres besonders im Metallbereich zu einem teils völligen Einbruch gekommen war. Über 70 Prozent der Unternehmen sprechen wieder von einer guten oder befriedigenden Auftragslage. Die Umfrage, die vor der Tarifeinigung in der Metallindustrie abgeschlossen wurde, lässt auch für den Arbeitsmarkt in der Dürener Region hoffen: Der bereits hohe Anteil der Unternehmen, die ihr Personal halten wollen, ist gegenüber Oktober von 71 auf 77 Prozent gestiegen.

Deutlicher Rückgang im vergangenen Jahr

2009 war für die Wirtschaft der Dürener Region „ein katastrophales Jahr”: Wie die VIV am Donnerstag bilanzierten, sank der Umsatz bei den 130 Mitgliedsunternehmen um 15 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

Wegen der Kurzarbeiterregelung hat die Wirtschaftskrise 2009 nicht voll auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen: Die Mitarbeiterzahl in den VIV-Unternehmen ging nur um 3,9 Prozent zurück - die Ausbildungszahl blieb mit 757 nahezu konstant.
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