Aachen - Unternehmen bewerten konjunkturelle Lage grundsätzlich positiv

Unternehmen bewerten konjunkturelle Lage grundsätzlich positiv

Von: Madeleine Gullert
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Die IHK-Umfrage zeigt, dass Unternehmen in der Region die konjunkturelle Lage grundsätzlich positiv bewerten. Foto: Colourbox; Quelle: IHK Aachen; Grafik: ZVA/Hans-Gerd Claßen

Aachen. Es scheint, als könne nichts den Betrieben im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen etwas anhaben. Trotz Brexits melden die Unternehmen gestiegen Exportumsätze. „Für unsere Region sind Frankreich und die Benelux-Staaten die wichtigsten Exportpartner“, sagte Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, am Mittwoch bei der Vorstellung der jüngsten Konjunkturumfrage.

Während bundesweit Unternehmen schon jetzt die Folgen des Brexits in Form von Exportrückgängen nach Großbritannien spürten, komme dieser Trend in der Region glücklicherweise nicht an, sagte Bayer. Vier von zehn Unternehmen meldeten der IHK demnach sogar gestiegene Exportumsätze.

300 Unternehmen befragt

Nicht nur bei den Exporten und Exporterwartungen, sondern insgesamt schätzt die Mehrheit der 300 befragten Unternehmen aus dem Kammerbezirk die konjunkturelle Lage weiterhin recht positiv ein. 56 Prozent der Betriebe melden wie im Frühjahr gute Geschäfte, zehn Prozent sind unzufrieden – eine Verdopplung des Werts von Mai.

Zwar seien Rückmeldungen über die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen etwas negativer ausgefallen als bei der Frühjahrsumfrage, die im Mai vorgestellt worden war, aber insgesamt noch positiv, sagte Bayer. Ein Viertel der Betriebe in der Städteregion Aachen und den Kreisen Düren, Heinsberg und Euskirchen erwartet für die kommendem Monate eine positive Geschäftsentwicklung, jeder achte Befragte rechnet hingegen mit einem schlechten Verlauf. Das ist der erste Rückgang seit Frühjahr 2016.

Für die Teilregionen zeichnet sich kein einheitliches Bild in der Bewertung der Lage ab. Während es im Kreis Heinsberg einen Rückgang der positiven Geschäftserwartung von 45 auf 27Prozent gibt, melden 55 Prozent der Betriebe in der Städteregion Aachen eine positive Geschäftslage. Zuvor waren es nur 39 Prozent. Man könne keine validen Aussagen treffen für die kleine Zahl an befragten Firmen, erklärte Bayer.

Industrie und Dienstleistungssektor bewerten ihre Lage als recht positiv. Rund die Hälfte der Betriebe ist zufrieden mit der Geschäftslage. Nur beim Handel zeichnen sich Probleme ab: Dort bewerten nur 32 Prozent der Firmen die Lage positiv. Das sind rückläufige Tendenzen, im Frühjahr waren es noch 48. Während der Großhandel zufrieden sei, gestalte sich die Situation im Einzelhandel schwieriger, erklärte Bayer.

Stellen bleiben unbesetzt

Seit mehr als zwei Jahren gebe es beim Bau nur Rekordwerte zu vermelden, bilanzierte Bayer. Waren im Frühjahr schon 67 Betriebe zufrieden, sind es aktuell sogar 76. Kein Betrieb im Baugewerbe bezeichnete seine Geschäftslage als schlecht. Die Nachfrage am Bau sei so hoch, dass etliche Firmen Aufträge ablehnen müssten.

Das hat vor allem etwas mit dem größten Problem im Kammerbezirk zu tun: dem Fachkräftemangel. Sechs von zehn Unternehmen sehen das als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. 75Prozent können offene Stellen nicht besetzen, was Mehrarbeit der Belegschaft zur Folge habe. Zudem konnten 22 Prozent der Betriebe Ausbildungsstellen nicht besetzen.

Der Hauptgrund dafür ist laut Bayer, dass die Qualifikation der Bewerber nicht ausreichend sei. 40 Prozent der Betriebe bekommen erst gar keine Bewerber. Besonders betroffen sind Handel und Dienstleistungsbereich. „Der Fachkräftemangel ist inzwischen auf allen Ebenen zu spüren. das ist gravierend, weil die Firmen nicht weiter wachsen können“, sagte Bayer.

Was die Integration von Flüchtlingen angehe, gebe es positive Beispiele, aber auch Menschen, die nicht gut qualifiziert sind und beispielsweise erst noch alphabetisiert werden müssten. Besonders wichtig sei, dass die Ausländerbehörden mit offenen Karten spielten und realistisch einschätzten, ob Menschen eine Duldung bekämen. Das sei derzeit nicht immer der Fall, kritisierte Bayer.

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