Aachen - Unruhen in der Türkei: „Business Network Aachen“ ist besorgt

Unruhen in der Türkei: „Business Network Aachen“ ist besorgt

Von: Berthold Strauch
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Ein Wanderer zwischen den Welten: Der Unternehmer Halil Bilgin, geboren in der Türkei, hat inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit.

Aachen. Das „Business Network Aachen“ (BNA) hat sich eine enge Zusammenarbeit von Unternehmen aus der Region mit internationalen Partnern auf die Fahnen geschrieben. Die Initiatoren dieses Bündnisses kommen überwiegend aus dem Kreis türkischstämmiger Geschäftsleute, die in der Region aktiv sind.

Auf ihre Initiative geht auch die Partnerschaft zurück, die die Stadt Aachen vergangene Woche mit dem türkischen Distrikt Sariyer im Umfeld der Millionenmetropole Istanbul feierlich unterzeichnet hatte.

Kein Wunder, dass auch das BNA unter Leitung des gebürtigen Türken Halil Bilgin, das sich – wie er persönlich – als parteipolitisch neutral versteht, die aktuellen, heftigen Auseinandersetzungen rund um den Taksin-Platz im europäischen Teil Istanbuls mit großer Sorge beobachtet. Dabei gilt die Aufmerksamkeit natürlich auch der noch jungen Verbindung zwischen Aachen und Sariyer. Kürzlich sah sich eine vierköpfige Delegation mit Bilgin an der Spitze in der Stadt am Bosporus und dem Schwarzen Meer um.

Mit von der Partie waren auch Vertreter des RWTH-Instituts für Textiltechnik. Absicht der Reise war, gemeinsame Projekte deutscher und türkischer Firmen voranzubringen. An diesem Standort ist seit Ende 2011 zum Beispiel auch die Aachener Motorenschmiede FEV schon mit einer Niederlassung präsent. Ziel der Besucher war ebenso die Industriestadt Bursa bei Istanbul, wo sie wie in Sariyer auch Kontakte zur BTSO knüpften, dem örtlichen Gegenstück zur Aachener Industrie- und Handelskammer (IHK), die sich neben Institutionen wie der Agit gleichfalls intensiv um die Verbindungen zur Türkei kümmert. Zudem gab es Gespräche mit türkischen Industriellen.

„Wir wollen verhindern, dass die Kontakte zwischen deutschen und türkischen Partnern wegen der aktuellen Unruhen auf Pause gestellt werden“, formulierte BNA-Chef Bilgin im Gespräch mit unserer Zeitung. Er sehe ein „enormes wirtschaftliches Potenzial“ in dieser Verbindung. Der 37-Jährige warb um eine „vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen“.

Halil Bilgin: „Die Türkei ist wie ein Organ, das sich entwickelt, zur Zeit aber erkältet ist und wieder genesen muss. Ich verabscheue die – aus meiner Sicht von beiden Seiten praktizierte – Gewalt. Das stört unsere Beziehungen und das Vertrauen in einen offenen Dialog als Basis für Wirtschaftsprojekte.“ Bilgin wirbt für Entspannung: „Man muss Meinungsunterschiede äußern können – aber ohne Gewalt.“ Eine weitere Eskalation müsse verhindert werden. „Man muss da diplomatisch rangehen“, fordert Bilgin.

Das BNA zählt bereits 50 Mitglieder, darunter neben IHK und Handwerkskammer Aachen die Kreisverwaltung Düren, die RWTH und die Fachhochschule Aachen, die Stadt Aachen, die Vereinigten Unternehmerverbände (VUV) der Region und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Heinsberg, außerdem Unternehmen wie die Aachener Schumag AG und Santex Moden aus Würselen.

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