Ulrich Käser ist neuer Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren

Von: Hermann-Josef Delonge
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Kein Kaltstart: Ulrich Käser, der neue Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren, am Dienstag an seinem ersten Arbeitstag. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Am Dienstag war der erste Arbeitstag von Ulrich Käser. Der neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Aachen-Düren, so sein offizieller Titel, ist Nachfolger von Gabriele Hilger, die die Agentur seit Oktober 1996 geleitet hatte. Offiziell tritt sie zum 1. März in den Ruhestand, feiert aber jetzt schon ihren Resturlaub ab. Deshalb ist der gebürtige Stuttgarter Käser derzeit nach Aachen „abgeordnet“.

Der 56-jährige Diplom-Kaufmann ist seit vielen Jahren bei der Arbeitsagentur tätig. Zuletzt leitete er die Agentur in Duisburg und parallel dazu die in Bochum. Aachen sei sein „Wunschstandort“ gewesen, sagte der zweifache Familienvater am Dienstag. „Der Bezirk hat angesichts seiner Größe eine besondere Bedeutung in NRW.“

Eine seiner ersten Amtshandlungen war am Dienstag die Vorstellung der aktuellen Zahlen, verbunden mit einem Blick zurück auf das abgelaufene Jahr und einem Blick voraus auf die Herausforderungen des neuen. Drei Schwerpunkte hat Käser da besonders ausgemacht. Neben der Bekämpfung der Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit will er die Unternehmen dabei unterstützen, den Fachkräftemangel abzufedern. „57 Prozent der Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Ausbildung. Da gibt es viel Potenzial.“ Notwendig sei eine Intensivierung von „abschlussorientierten Qualifizierungsmaßnahmen“.

Und dann natürlich das Thema Flüchtlinge. Auch für das Vorstandsmitglied in der Nürnberger BA-Zentrale, Raimund Becker, bliebt deren Integration in den Arbeitsmarkt die „größte Herausforderung“. 2016 sei dies bundesweit bei etwa 30 000 Flüchtlingen gelungen. Sie fanden Arbeit vor allem in Helferberufen, der Zeitarbeit, in den Branchen Reinigung, Lager und Logistik sowie im Hotel- und Gaststättenbereich. Auch hier schaut die BA optimistisch auf das Jahr 2017. Für Käser muss das Thema in eine „Prozesskette“ eingebunden werden, zu der auch Sprachförderung und berufsorientierte Fördermaßnahmen gehören.

Die Bilanz für 2016

Quote: Die durchschnittliche Arbeitslosenquote ging im angelaufenen Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent zurück. Dabei bewies der Arbeitsmarkt in der Region einmal mehr seine große Dynamik. Im Schnitt waren monatlich 41 512 Menschen arbeitslos gemeldet, 2100 oder 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Treiber der Entwicklung sei erneut der Beschäftigungsaufbau gewesen, sagte Doris Schillings, Geschäftsführerin Operativ der Agentur.

Langzeitarbeitslosigkeit: Die Zahl der Betroffenen ging mit im Monatsdurchschnitt 17 771 weiter um 4,5 Prozent zurück. Zum Vergleich: 2007 waren es noch 29 016 gewesen.

Jugendarbeitslosigkeit: 3719 Menschen unter 25 waren im Schnitt betroffen, deutliche 9,3 Prozent weniger als 2015 – erneut der Spitzenwert in ganz NRW.

Ältere Arbeitslose: 13 110 über 50 waren im Schnitt pro Monat gemeldet, ein Rückgang von 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Schwerbehinderte: Der Durchschnittswert pro Monat lag bei 2545 Betroffenen, vier Prozent weniger als im Vorjahr. Hier zahlt sich die Verstärkung des Vermittlerpersonals aus.

Ausländer: 10 001 waren pro Monat im Schnitt arbeitslos gemeldet, fünf Prozent mehr als im Vorjahr – „Gruppen, um die wir uns kümmern müssen“, sagte Schillings. „Die gestiegene Zahl hat natürlich mit Asyl und Flucht zu tun.“

Zu- und Abgänge: 101 062 Menschen meldeten sich 2016 insgesamt arbeitslos, 6100 mehr im Vorjahr. Aber auch die Zahl der Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit beendeten, stieg um 5229 auf 102 883.

Beschäftigung: Zum Stichtag 31. März 2016 waren in der Region insgesamt genau 349 981 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gemeldet, 2,6 Prozent mehr als 2014. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten erhöhte sich auf 28,9 Prozent (2015: 28 Prozent).

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