Trigema-Eigentümer Wolfgang Grupp mit einem „Feuerwerk an Rhetorik“

Von: Berthold Strauch
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Deutliche Fingerzeige in Sachen Unternehmertum: Trigema-Chef Wolfgang Grupp beim Stolberger EWV-Forum. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. Eine Zuhörerin brachte es am Ende eines Abends mit hohem Unterhaltungswert auf den Punkt: Wolfgang Grupp sei „ein Unikat“. Und Moderator Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung, sprach von einem „Feuerwerk an Rhetorik“, das der alleinige Inhaber des Textilherstellers Trigema abgebrannt habe. Der mittelständische Vollblut-Fabrikant von der Schwäbischen Alb war zu Gast bei der neunten Auflage des Unternehmerforums der Stolberger Energie- und Wasser-Versorgung (EWV).

Der 70-jährige Familienunternehmer zeigte sich so, wie man ihn von Auftritten aus Talkrunden kennt: überaus engagiert, leidenschaftlich, streitbar, leicht exzen-trisch in seiner Argumentation und immer wieder seine Gedanken mit einer Vehemenz vertretend, die für viele Zuhörer leicht irritierend wirkt, um es höflich zu formulieren. Und dabei ist Grupp längst eine öffentliche Figur allein durch seine Werbespots in eigener Sache – wenn er nicht einen Schimpansen für sich „sprechen“ lässt: Auf dem Fernsehschirm wirbt der Chef meist höchstpersönlich für sein Unternehmen aus der Kleinstadt Burladingen und seine Produkte – und bekräftigt dabei ständig sein Credo, ausschließlich in Deutschland zu produzieren. Auf diesem Wege hat er es bundesweit zur Nummer eins als Produzent von Sport- und Freizeitbekleidung gebracht.

Doch er streitet nicht nur vehement für den Standort, sondern auch dafür, dass ein Unternehmer die Folgen seines Handelns tragen müsse. Sichtbares Zeichen dafür ist, dass Grupp Trigema als „eingetragener Kaufmann“ führt – und damit persönlich haftet. „Wenn Trigema mal Probleme haben sollte, und ich bin noch da“, formuliert Grupp, der seit 45 Jahren das Unternehmen leitet, „kann es nur einen Schuldigen geben – und das bin ich.“

Fast schon lautstark geißelt er „Gier und Größenwahn“ von Managern, die selbst dann noch Millionen verdienten, wenn sie für enorme Verluste verantwortlich seien. Die Politik solle endlich die Rahmenbedingungen setzen, dass „Entscheidungsträger persönlich verantwortlich“ seien für das, was sie tun. Die Trigema-Zahlen lassen sich vorzeigen: Im letzten Jahr wurden 87 Millionen Euro Umsatz bilanziert. Das komme nicht von allein, nennt Grupp die Qualität seiner Produkte, „die andere nicht können“, Flexibilität und schnelle Belieferung der Kunden als entscheidende Kriterien für den Erfolg. Und der lässt sich an weiteren Fakten messen: Noch nie habe Trigema – das keine Bankkredite brauche und mit hoher Wertschöpfung von der Stoffproduktion über das Färben bis zur Konfektionierung fast alles selbst erledige – Mitarbeiter wegen Auftragsmangels entlassen müssen oder in Kurzarbeit geschickt. Sogar für die Kinder seiner Mitarbeiter gebe es eine „Garantie“: Sie könnten auf einen Ausbildungsplatz bei Trigema zählen – aus denen das Unternehmen seine Führungsriege rekrutiere.

Gerade davon zeigte sich Dalli-Betriebsratsvorsitzender Karl-Josef Emonds im Gespräch mit Bernd Mathieu angetan: Daran sollten sich andere Unternehmen „ein Beispiel nehmen“. Gleichfalls beeindruckt war Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram, Chef des EWV-Aufsichsrats: Solch eine Firma würde er „sehr gerne haben wollen“.

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