Trianel setzt ganz auf die erneuerbaren Energien

Von: hjd
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Trianel
Fahnen mit dem Firmenlogo von Trianel. Foto: Bernd Thissen/dpa

Aachen/Düsseldorf. Nicht nur Energieriesen wie Eon oder RWE haben massiv mit den Folgen der Energiewende zu kämpfen, auch Deutschlands größter Stadtwerkeverbund Trianel mit Sitz in Aachen musste in den vergangenen zwei Jahren mächtig strampeln.

Doch nun soll es wieder aufwärts gehen. „Wir werden die Talsohle beim Gewinn bereits 2015 durchschreiten. Ab 2016 erwarten wir wieder steigende Ergebnisse“, sagten die Trianel-Vorstände Sven Becker und Jörg Vogt am Montag in Düsseldorf bei Vorlage der Zahlen für 2014. Der Grund: die 2013 eingeleitete strategische Neuausrichtung des Unternehmens.

Die Kennzahlen: 2014 konnte Trianel den Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr auf mehr als 5,2 Millionen Euro verdoppeln. Vor Steuern lag das Plus allerdings nur bei knapp sechs Prozent. Von früheren Gewinnhöhen ist das Unternehmen weit entfernt: 2011 hatte Trianel ein Vorsteuerergebnis von 13,7 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von 7,2 Millionen Euro ausgewiesen.

Der Umsatz verringerte sich 2014 durch das niedrigere Preisniveau im Energiegroßhandel um 12,2 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich um 4,6 Prozent auf 90,5 Millionen Euro (Quote: 29,4 Prozent). Bei Trianel arbeiten 325 Menschen – seit dem Umzug in die neue Firmenzentrale an der Krefelder Straße in Aachen erstmals unter einem Dach. Zu dem Verbund gehören mittlerweile 56 Gesellschafter.

Die Probleme: Nach wie vor belasten Verluste im konventionellen Kraftwerksgeschäft das Ergebnis. Prominenteste Beispiele: das Gaskraftwerk Hamm und das Kohlekraftwerk Lünen. Das Unternehmen musste 2014 erneut hohe Rückstellungen vornehmen, die Projektgeschäfte wurden drastisch zurückgefahren. Auch in den kommenden Jahren müssen dafür noch Rückstellungen gebildet werden, allerdings in einem geringeren Umfang. Ob die konventionellen Kraftwerke überhaupt noch eine Zukunft haben, ist völlig offen.

Die Zukunft: Inzwischen setzt Trianel vor allem auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Der Offshore-Windpark vor der Nordseeinsel Borkum mit einer Leistung von 200 Megawatt befindet sich bereits im Probebetrieb und soll im September offiziell eröffnet werden. Im kommenden Jahr rechnet Becker mit der Bauentscheidung für einen zweiten Bauabschnitt, der die Leistung des Windparks verdoppeln soll. Investitionsvolumen: 900 Millionen Euro. Über die Projektentwicklungstochter Trianel Erneuerbare Energien, die im zweiten Halbjahr gegründet werden soll, sollen mehr als 500 Millionen Euro in Windkraftwerke an Land und in Photovoltaik-Anlagen investiert werden.

Die anderen „Megatrends“, mit denen Trianel den „dramatischen Herausforderungen“ für die Energieversorgung begegnen will, laufen unter den Stichworten Digitalisierung und Flexibilisierung des Geschäfts einschließlich Rund-um-die-Uhr-Handel. Trianel bietet Plattformen und IT-Tools an, mit denen die Kunden ihre Angebotspaletten, Vertriebsstrukturen und Energiedatenverwaltung optimieren können.

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