Telefonaktion: Wie sieht die richtige Baufinanzierung aus?

Von: red
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Dank der historisch niedrigen Zinsen sind Baudarlehen günstig wie nie. Aber wie sieht die richtige Baufinanzierung aus? Foto: Andrea Warnecke /dpa

Aachen. Wie sieht die richtige Baufinanzierung aus? Dank der historisch niedrigen Zinsen sind Baudarlehen günstig wie nie. Lohnt jetzt der Immobilienkauf? Antworten auf alle Fragen unserer Leserinnen und Leser am Freitag die Experten Kurt Dickmeis, Dirk Köttgen und Oliver Stoffels vom Bundesverband deutscher Banken am Telefon und per Live-Chat.

Wir möchten 25.000 Euro anlegen, und da es fast keinen Zinsertrag mehr gibt, wollen wir eine Eigentumswohnung für 100.000 Euro kaufen und vermieten. Reichen die 25.000 Euro als Eigenkapital, um den notwendigen Kredit zu bekommen?

Antwort: Das sollte grundsätzlich machbar sein. Sie müssen aber auch die Kaufnebenkosten berücksichtigen, für die ein Teil des Eigenkapitals eingesetzt werden muss. Sie benötigen also ein Darlehen, das deutlich höher ist als 75.000 Euro.

Lohnt ein Forwarddarlehen für ein aufgenommenes Baudarlehen, bei dem die Zinsbindung erst in drei Jahren ausläuft?

Antwort: Derzeit spricht wenig für deutlich steigende Zinsen. Doch niemand kann vorhersehen, wie hoch in drei Jahren das Zinsniveau tatsächlich ist. Wenn Sie jetzt schon sicher kalkulieren wollen, ist ein Forwarddarlehen sinnvoll. Tipp: Nutzen Sie dabei gesunkenen Zinskosten für eine erhöhte Tilgung. So sind Sie schneller schuldenfrei.

Aus einem Immobilienverkauf erhalte ich 900.000 Euro. Nun will ich ein neues Haus zur Selbstnutzung kaufen, das 500.000 Euro kostet.  Angeboten wird mir bei 350.000 Euro Eigenkapital ein Darlehen über 150.000 Euro zu 1,36 Prozent  Zins. Was meinen Sie?

Antwort: Die Frage ist, was Sie mit dem übrigen Geld aus dem Immobilienverkauf vorhaben. Legen Sie es festverzinslich an, bekämen Sie im Regelfall deutlich weniger als 1,36 %. Steuerliche Vorteile haben Sie bei Eigennutzung auch nicht. Daher würde ich den neuen Hauskauf lieber ohne Kreditaufnahme und vollständig durch Eigenmittel finanzieren.

Bei unserem Baudarlehen läuft bald die Zinsbindung aus. Wie gehen wir weiter vor?

Antwort: Lassen Sie sich von Ihrer Bank ein „Prolongationsangebot“ machen. Unabhängig davon können Sie sich von anderen Kreditinstituten ebenfalls Angebote einholen. Sollte Ihnen das Angebot einer anderen Bank besser zusagen, müssen Sie allerdings berücksichtigen, dass bei einem Bankwechsel Kosten für die Übertragung der Grundschuld auf Sie zukommen.

Mit welchen Kaufnebenkosten muss man bei einem Immobilienkauf rechnen?

Antwort: Ein großer Brocken ist die Grunderwerbsteuer von 6,5 %. Weiterhin sind Notar- und Gerichtskosten zu berücksichtigen. Kommen auch noch Maklerkosten hinzu, sind es schnell deutlich mehr als 10 % des Kaufpreises.

Ich bin 61 Jahre alt und  könnte eine vermietete Eigentumswohnung kaufen für 140.000 Euro. 30.000 Euro Ersparnisse könnte ich einsetzen. Ich bin nicht sicher, ob sich das für mich lohnt?

Antwort: Sie sollten sich in der Tat sorgfältig überlegen, ob Sie sich in Ihrem Alter noch eine Immobilie zulegen und dafür verschulden wollen. Im Zweifel würde ich davon abraten.

Meine Frau und ich sind 23 Jahre alt und beide fest angestellt, mit einem Gesamtnettoeinkommen von 3.800 Euro monatlich. Wir möchten ein Haus bauen, Gesamtkosten 450.000 Euro. Leider haben wir wenig Ersparnisse, können aber an Eigenleistungen etwa 100.000 Euro einbringen. Ist das machbar?

Antwort: Der Wert von Eigenleistungen wird von Bank zu Bank unterschiedlich eingeschätzt. Doch grundsätzlich sollte eine Finanzierung unter diesen Bedingungen möglich sein. Tipp: Sichern Sie sich den historisch niedrigen Zins durch eine langfristige Zinsbindung von wenigstens 15 Jahren. 

Wie komme ich an einen günstigen Zins?

Antwort: Vergleichen Sie die Angebote verschiedener Kreditinstitute. Grundsätzlich gilt: Je mehr Eigenkapital Sie einsetzen können, desto günstiger wird der Zins.

Was ist ein Volltilgungsdarlehen?

Antwort: Das ist ein Darlehen, das innerhalb der vereinbarten Zinsbindung durch die monatlichen Zins- und Tilgungsleistungen zurückgezahlt ist. Vorteilhaft ist die hohe Planungssicherheit: Es besteht kein Zinsänderungsrisiko und die monatliche Rate steht bis zum Tilgungsende fest.

Ich bin 67 Jahre alt und erhalte keine langfristige Finanzierung bei meiner Hausbank. Warum nicht?

Antwort: Aufgrund der seit März 2016 bestehenden Wohnungsbau-Kreditrichtlinie müssen die Banken bei der Kreditvergabe prüfen, ob der Kredit auch im Rentenalter zurückgezahlt werden kann.

Kann ich aus einem langfristigen Darlehen vorzeitig aussteigen, um die heutigen günstigen Zinsen zu nutzen?

Antwort: Das geht frühestens 10 Jahre nach Vollauszahlung des Darlehens mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten.

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