Tedrive: 200 Mitarbeiter werden gekündigt

Von: Jörg Abels
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Der Dürener Autozulieferer Tedrive hat Insolvenz angemeldet.

Düren. Beim insolventen Autozulieferer Tedrive werden zurzeit rund 200 Kündigungen verschickt. Die gekündigten Mitarbeiter sollen in einer Transfergesellschaft weiter qualifiziert werden.

Die Botschaft ging Peter Nießen nicht leicht über die Lippen. Mit bewegter Stimme bestätigte der Betriebsratsvorsitzende des insolventen Automobilzulieferers Tedrive am Dienstag, dass die ersten Mitarbeiter die seit Wochen wie ein Damoklesschwert über dem Werk hängende Kündigung erhalten haben; Kollegen, die teilweise bereits viele Jahre an der Henry-Ford-Straße tätig waren und nun vor einer ungewissen Zukunft stehen.

Vorausgegangen war am Wochenende die Einigung über einen Interessenausgleich. Die wurde möglich, erklärte Nießen, weil die Ex-Werksmutter Ford zugesagt hat, auch über das Jahr 2009 hinaus die in Düren fabrizierten Zubehörteile abzunehmen, unabhängig vom künftigen Eigentümer des Werks. Damit war die Hauptforderung der Arbeitnehmervertreter erfüllt, die zuletzt die Gespräche zum weiteren Vorgehen im Rahmen der Sanierung ins Stocken gebracht hatte.

Auch wenn es für die Betroffenen kein Trost ist, konnte die Zahl der erforderlichen Kündigungen im Interessenausgleich noch einmal reduziert werden. War im Sanierungskonzept des Insolvenzverwalters Ende Februar noch von 240 Arbeitsplätzen die Rede, die abgebaut werden müssten, so sind es nunmehr „nur” noch 200, quer durch alle Bereiche des Werks, mit einem Schwerpunkt freilich in der Produktion. „Der Auftragseingang hat sich leicht verbessert”, begründete Thomas Schulz die positive Entwicklung. „Es scheint, als hätten wir nach dem freien Fall der letzten Monate den Boden erreicht”, so der Sprecher des Insolvenzverwalters Dr. Andreas Ringstmeier.

„Den 200 betroffenen Mitarbeitern wird in dieser Woche angeboten, für die Dauer von zwölf Monaten in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln, in der sie 80 Prozent ihres letzten Bruttolohns erhalten werden”, erklärte Schulz auf Nachfrage. Der Insolvenzverwalter habe sich mit dem Betriebsrat darauf verständigt, mit den für einen Sozialplan vorgesehenen Geldern die Transfergesellschaft auszustatten. „Wir schauen jetzt, welche Qualifizierungsmaßnahme für den einzelnen angebracht ist, damit sich seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.”

Die Fragen zur Standort- und Beschäftigungssicherung in Düren wurden vertagt. Sie sollen nach Angaben von Thomas Schulze erst in der Schlussphase des Investorenprozesses mit dem neuen Eigentümer geklärt werden. Gleiches gelte für die tariflichen Zugeständnisse, die von den verbleibenden rund 680 Mitarbeiter noch erwartet werden. Im Sanierungskonzept war seinerzeit von zusätzlichen Einsparungen im Bereich der Personalkosten von 7,1 Millionen Euro die Rede.

Zum Stand der Investorengespräche wollte sich Schulz am Dienstag nicht näher äußern. Er sprach lediglich von einer „knappen Handvoll” Interessenten”, die sich in der jetzt angelaufenen zweiten Phase intensiver mit der Wirtschaftslichkeitsprüfung auseinandersetzen werden. „Der Insolvenzverwalter hofft weiter, bis zum Sommer einen Käufer präsentieren zu können”, betonte sein Sprecher abschließend.
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