Technologiezentrum in Aachen wird verkauft

Von: Claudia Schweda
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Das Technologiezentrum am Europaplatz: Die Agit als Eigentümerin möchte dieses Gebäude verkaufen, um sich auf dem RWTH-Campus kleiner zu setzen und moderneren Ansprüchen der Gründer genügen zu können. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das Technologiezentrum in Aachen wird verkauft. Das hat die Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) beschlossen. Aus dem Erlös soll im Idealfall 2020 ein kleinerer Neubau dem RWTH-Campus entstehen, in den sich Gründer einmieten können.

Mit den Mieteinnahmen soll sich die Agit in Teilen dann selbst finanzieren. Die Zuschüsse der Gesellschafter sollen sinken. Auch eine inhaltliche Neuausrichtung steht, die durch den Austritt des Kreises Heinsberg aus dem Gesellschafterkreis nötig geworden war. Ziel der Neuausrichtung zur „Agit 2020“ ist nach Angaben des Agit-Geschäftsführers Lothar Mahnke eine Konzentration auf die Technologieförderung. Die Bereiche der Interreg-Projekte, Gewerbe- und Wohnflächenmonitoring sollen in die Verantwortlichkeit des Zweckverbands Region Aachen wechseln, in dem der Kreis Heinsberg noch Mitglied ist.

Zudem will die Agit mit Schwerpunktthemen in die Fläche gehen und von dort aus für die gesamte Region arbeiten. Im Neubau in Aachen soll laut Mahnke das Thema Digitalisierung bearbeitet werden, im Satellit in Jülich auf dem Campus Merscher Höhe sollen sich zwei bis drei Mitarbeiter dem dort ohnehin beheimateten Thema neue Energien widmen, und in Euskirchen soll ebenfalls mit eigenem Personal das Thema Cyber-Sicherheit bearbeitet werden. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass die Agit nicht mehr nur auf Aachen fokussiert ist“, sagt Leo Pontzen, Agit-Aufsichtsratschef.

Die Ansiedlungswerbung soll nicht mehr auf Immobilienmessen sondern gezielt mit Projekten und Themen auf Leitmessen dieser Fachrichtungen betrieben werden. „Ansiedlungswerbung für eine ganze Region hat sich überholt“, sagt Mahnke. Einzelnen Kommunen bietet die Agit eine Standortvermarktung als Dienstleistung an.

Diese inhaltliche Neuausrichtung war am Dienstagabend bei einem Treffen Mahnkes mit dem Aachener Oberbürgermeister, dem Städteregionsrat und den Landräten aus Düren, Heinsberg und Euskirchen Thema. Beschlossen werden konnte sie dort aber – wie eigentlich geplant – noch nicht. Denn kurz zuvor hatte die SPD-Fraktion im Kreis Düren den Austritt aus der Agit beantragt. Eine Entscheidung über den Antrag der SPD, die keine Mehrheit im Kreistag hat, wurde auf den Spätsommer vertagt, um Mahnke die Gelegenheit zu geben, für seine Neukonzeption zu werben.

Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) hält die neue Strategie Mahnkes für „durchaus verheißungsvoll“ und ist sich sicher, dass die SPD mit ihrem Antrag lediglich ein Signal geben wollte zum Nachdenken darüber, wie sich denn der Kreis Düren nach dem Ausstieg des Kreises Heinsberg zur Agit verhält.

Der Landrat des Kreises Heinsberg, Stefan Pusch (CDU), wiederum ist begeistert von Mahnkes Konzept. „Das hätte ich mir zwei Jahre früher gewünscht“, sagt er. Die Tür zur Agit sei durch die Kündigung zum Jahresende nun „leider zu“. Er könne sich angesichts des vorgestellten Konzepts aber vorstellen, das Thema später noch einmal mit den Politikern im Kreis Heinsberg zu diskutieren, wenn sich die Agit so weiterentwickle, wie es sich nun andeute.

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