Vaals - Strom tanken überall in Europa rückt bald in Reichweite

Strom tanken überall in Europa rückt bald in Reichweite

Von: Berthold Strauch
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Vaals. Osterzeit ist Reisezeit - da kommt eine von Aachen aus gestartete ehrgeizige Zukunftsinitiative wie gerufen: Denn mit Blick auf das hoffnungsvoll wachsende Potenzial der Elektromobilität stellt sich gerade im Dreiländereck die Frage, wie der „Stromer” unterwegs versorgt werden kann, wenn etwa gleich mehrere Länder bis zum Erholungsziel durchkreuzt werden sollen.

Also: von der Kaiserstadt aus zum Beispiel ans Meer via Belgien und die Niederlande. Um solche „Versorgungsfälle” auf eine sichere europäische Basis zu stellen, wurde am Freitag im Grenzort Vaals eine konkrete Vereinbarung unterzeichnet. Sie ermöglicht elektromobilen Autofahrern gleich in sieben Ländern das problemlose Stromtanken und Bezahlen mit einem einheitlichen technischen Abrechnungssystem.

„Damit”, so Andreas Pfeiffer vom Aachener Dienstleister Ladenetz.de, bei dem neben der Stadtwerke AG Aachen (Stawag) auch Partnerunternehmen aus Duisburg und Osnabrück unter dem Namen Smartlab Innovationsgesellschaft mitwirken, „wird die Grundlage für eine grenzenlose europäische Elektromobilität gelegt.” Neben Deutschen, Niederländern (E-Laad.nl) und Belgiern (Blue Corner und Becharged) wirken Gesellschaften aus Luxemburg (Estonteco), Österreich (Vlotte), Irland (Esbecars) und Portugal (Inteli) in dem neu geschlossenen Verbund mit.

Pfeiffer ist zuversichtlich, dass diese Kooperation wohl schon in diesem Jahr noch kräftig weiter wachsen werde. Entsprechende Verhandlungen seien bereits im Gange, betonte der Manager auf Nachfrage unserer Zeitung. Ziel sei es, eine möglichst flächendeckende Zusammenarbeit zumindest auf der Ebene der europäischen Union, aber auch noch darüber hinaus, sicherzustellen.

Das würde bedeuten: Vom Nordkap bis nach Süditalien, von Frankreich bis nach Polen könnten elektrisch angetriebene Fahrzeuge an jeder öffentlichen Ladesäule Strom abzapfen und abrechnen lassen. Im Kleinen funktioniere solch ein System heute bereits im Dreiländereck rund um Aachen, sagte er. Weitere Elemente des gewünschten Netzwerkes mit automatischer Informationstechnologie-Verarbeitung sollen bald dazukommen.

Auf diese Weise entstünde ein „Roaming-System”, das die Verbraucher heute schon bei ihren Mobiltelefonen kennen. Über das einheitliche Softwareportal „Open Clearing House Protocol” sei ein offener europäischer Standard für die Kommunikation zwischen Ladestations-Managementsystemen entwickelt worden, „der internationales Aufladen so einfach wie vor der eigenen Haustür macht”, bekräftigte Pfeiffer.

Integriert werden sollen ferner eine Schnittstelle für Navigationssysteme und „intelligente Plattformen” zur Reservierung von Ladesäulen.
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