Aachen - Stellenabbau bei Grünenthal: Es wird ernst

Stellenabbau bei Grünenthal: Es wird ernst

Von: Hermann-Josef Delonge
Letzte Aktualisierung:
Grünenthal
Es sind schwierige Tage derzeit beim Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es sind schwierige Tage derzeit beim Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal - und vielleicht entscheidende: Die Verhandlungen zwischen Unternehmensspitze und Betriebsrat über die geplanten Entlassungen und den damit verbundenen Sozialplan laufen auf Hochtouren, parallel kommen bis Samstag Beirat und Gesellschafter zusammen.

In einem Brief an das fünfköpfige Aufsichtsgremium und die 19 Gesellschafter hatte der Betriebsrat zuletzt vehement Stellung gegen die Pläne von Vorstandschef Harald F. Stock bezogen, mit denen er ab 2013 jährlich 57 Millionen Euro einsparen will. Auch Politiker in Land und Region wurden jetzt per Brief um Unterstützung gebeten.

270 Arbeitsplätze in Aachen und Stolberg sind von Stocks Plänen aktuell betroffen, addiert zu den 132 im Zuge der Schließung des Produktionsstandortes Stolberg ergibt das gut 400 - bei insgesamt rund 2000 Beschäftigten in Deutschland. Diese Zahl sei nicht hinnehmbar, stellt der Betriebsrat klar - ebenso wenig wie die Absicht, die Zahl der Auszubildenden von 33 auf 23 pro Jahr zu kappen und einzelne Abteilungen auszulagern. Bei den Beschäftigten herrsche Existenzangst und Enttäuschung, heißt es in dem Brief an Gesellschafter und Beirat. Stock, seit Anfang 2009 im Amt, habe jedes Vertrauen verspielt. Gesellschafter und Beirat werden gebeten, die „Entlassungen zu minimieren und sich auch der sozialen Verantwortung als Unternehmerfamilie bewusst zu werden”.

Brief sorgt für Aufsehen

Dieser Brief hat dem Vernehmen nach für einiges Aufsehen gesorgt - und aufgezeigt, dass es auch unter den Gesellschaftern durchaus unterschiedliche Meinungen gibt. Um so spannender dürfte deshalb die Frage sein, welche Resultate die Gespräche der kommenden Tage bringen werden. Von „konstruktiven, in der Sache harten Verhandlungen” spricht Betriebsratsschef Karl-Josef Matthias. Er habe die Hoffnung, dass es noch zu Korrekturen kommen könne. Das Unternehmen selbst betonte Donnerstag, die Gespräche mit dem Betriebsrat verliefen „konstruktiv”. Man strebe einen „zeitnahen Abschluss” an. Zur turnusmäßigen Sitzung von Beirat und Gesellschaftern wollte man sich nicht äußern.
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