Maastricht - Startet der Flughafen Maastricht Aachen jetzt durch?

Startet der Flughafen Maastricht Aachen jetzt durch?

Von: Berthold Strauch
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Flughafen Maastricht Aachen London Polen
Aufbruch in eine gesicherte Zukunft: von links Flybe-Flugkapitän Marc Molenaar, Stobart-Air-Verkaufschef Simon Fagan, Minister Twan Beurskens und MAA-Chef Sander Heijmans vor der gerade gelandeten ersten Flybe-Maschine. Foto: Berthold Strauch

Maastricht. Der Flughafen Maastricht Aachen Airport (MAA) startet kräftig durch: Nach akuten Finanzproblemen in der Vergangenheit verschaffen positive Entwicklungen spürbaren Rückenwind und damit einen neuen Steigflug.

Dafür sorgen eine am Donnerstag gestartete Flugverbindung nach Großbritannien, die bevorstehende Übernahme durch die niederländische Provinz Südlimburg und ein neuer Partner, der vom MAA aus demnächst nach Polen abheben wird.

Im Beisein des Limburger Wirtschaftsministers Twan Beurskens wurden am Morgen die ersten Passagiere des neu eingerichteten Linienflugs der britischen Regionalfluggesellschaft Flybe, der größten in Europa, von London Southend in Maastricht mit einem kleinen süßen Geschenk offiziell willkommen geheißen und kurz darauf die nächsten Fluggäste in die umgekehrte Richtung verabschiedet.

Unterwegs ist die Fluggesellschaft mit 72-sitzigen Turboprop-Maschinen im Auftrag des irischen Kooperationspartners Stobart Air. Die Flybe-Maschinen starten täglich außer Samstag um 10.50 Uhr und Sonntag um 11.10 Uhr den einstündigen Flug ab dem MAA in die britische Metropole. Von dort aus können die Fluggäste per Zug, nur hundert Meter vom Terminal entfernt, in knapp einer Stunde bis in die City von London weiterfahren. Die Starts in London erfolgen um 8.10 Uhr werktags und sonntags um 8.30 Uhr.

Die beteiligten Partner sind zuversichtlich, dass das neue Angebot nicht nur Touristen ansprechen werde, die es an die Themse zieht, sondern auch für Geschäftsleute interessant sei.

Flybe bedient in Europa mehr als 180 Strecken und fliegt 38 Ziele an, darunter in Deutschland auch die Airports Düsseldorf, Köln/Bonn, Hannover und Hamburg.

Im ersten Jahr der neuen Verbindung will Flybe bereits auf eine Passagierzahl von rund 25.000 kommen, erläuterten Stobart-Air-Verkaufschef Simon Fagan und Andreas W. Schulz von Flybe. In spätestens drei Jahren sollen bereits etwa 80.000 Fluggäste befördert werden. Erfüllten sich die Erwartungen, könnten weitere Zielflughäfen dazukommen, sagte Schulz im Gespräch mit unserer Zeitung. Über die Drehkreuze Manchester und Birmingham in Großbritannien könnten zudem internationale Flughäfen auch in Übersee angesteuert werden.

Die einfache Verbindung von Maastricht nach London wird inklusive Steuern für 34,99 Euro angeboten. Mit der Auslastung für die ersten Flüge zeigte sich Schulz zufrieden, ohne konkrete Zahlen zu nennen. „Wir brauchen aber noch weitere Unterstützung“, machte er deutlich. Eine Mindestauslastung von gut 50 Prozent, bei einer Mischkalkulation von Passagieren ohne Gepäck bis zu Business-Gästen mit umfassendem Servicepaket werde angestrebt, fügte er an. Konkrete Kontakte etwa zu Firmenreisebüros und Kammern der Region seien bereits geknüpft, so Schulz.

MAA-Chef Sander Heijmans sprach von einem „glücklichen Tag“ für den Flughafen. Die Verbindung mit dem neuen Partner sei sehr wichtig für den Flughafen. und die Wirtschaftsregion. Minister Beurskens verwies auf die „exzellente Entwicklung“, die der Airport nunmehr nehme.

Nächste Woche soll der notarielle Vertrag zur Übernahme des Flughafens durch die Provinz Limburg unterzeichnet werden, kündigte Beurskens auf Nachfrage an. „Ich gehe nun von einer gesicherten Zukunft aus.“ Für einen symbolischen Euro wird die wichtige Infrastruktureinrichtung, ein Komplex mit einer Gesamtgröße von 180 Hektar, vom bisherigen britischen Eigentümer Omniport übernommen.

Weitere Investitionen, 45 Millionen Euro binnen zehn Jahren, würden angestrebt, etwa für die Erneuerung der Start- und Landebahn. Im gleichen Zeitraum steuern die Anliegerkommunen Maastricht, Beek, Sittard und Geleen weitere sechs Millionen Euro bei. Zudem solle ein professioneller Betreiber des Flughafens gesucht werden. Ferner werde das Engagement von privaten Investoren angestrebt, so der Minister, der Airport solle aber im Besitz der Provinz Limburg bleiben.

Sander Heijmans konnte unterdessen einen weiteren Neuzugang für den MAA ankündigen. Denn am 28. Oktober will die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air von Maastricht aus eine Verbindung in die südpolnische Industrieregion um Kattowitz aufnehmen. Zwei Flüge pro Woche sind zunächst geplant, dienstags und samstags. Geflogen werden die Passagiere auf einer Strecke für 19,99 Euro, alles inklusive, mit A-320-Maschinen von Airbus, die Platz für 180 Passagiere bieten. Wizz Air ist auf 98 Airports in 35 Ländern aktiv.

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