Start-up Prisus: Damit es auf dem Arbeitsmarkt schneller passt

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
10272009.jpg
Es geht darum Firmen und Hochschulabsolventen zusammenzubringen: Laura Modenbach, Matthias Otrzonsek und Moritz Grube von der Aachener Firma Prisus kennen die Probleme. Foto: Andreas Steindl

Aachen. 90 Prozent der befragten Studenten fehlt die frühzeitige Orientierung auf dem Arbeitsmarkt. 80 Prozent empfinden ihn als intransparent. 70 Prozent finden Jobbörsen kaum hilfreich, weil dort nur kurzfristige Vakanzen ausgeschrieben werden, die spätere Berufswahl aber oft schon früh im Studium ins Visier genommen wird.

Das sind Ergebnisse eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes, dass bundesweit 2000 Studenten befragt hat. Analysiert werden sollte der Übergang vom Studium in den ersten Job, die Schnittstelle stand im Fokus - und sie entpuppte sich tatsächlich als beträchtlich großer Graben.

Fazit: Zu viele Studenten haben keinen Plan, welche Jobchancen es für sie überhaupt gibt. Ihnen müssen die Möglichkeiten klarer werden. Matthias Otrzonsek hat Wirtschaftsrecht studiert und wusste selbst nicht so recht, was für ihn außerhalb einer Kanzlei in Frage kommen könnte.

Als Konsequenz der Befragung wurde Anfang 2014 das Aachener Start-up Prisus gegründet. Otrzonsek ist Geschäftsführer des Unternehmens. Angefangen hat alles an ein paar Schreibtischen in einer ausgedienten Tuchfabrik am Rande des Frankenberger Viertels in Aachen.

Mit einem jungen achtköpfigen Team in alten Mauern. Ein Büro gibt es aber auch abseits der Tuchfabrik – im Technologiezentrum am Europaplatz fällt die Vernetzung wesentlich einfacher. Finanziert wurde das Start-up von der NRW Bank und der Sparkasse. Ganz frisch ist die Nachricht, dass Prisus mit der Aachener Kommunikationsagentur lemkeschultheis GmbH eine feste Partnerschaft eingegangen ist.

Wegweiser im Dschungel

Prisus‘ Entwicklung ist keine neue Jobbörse, keine Bewerbungs-App und kein Businessportal. Prisus verspricht auch nicht den Traumjob. Prisus ist eine Art Wegweiser durch den Dschungel an Stellen und die Vielzahl an Möglichkeiten bei kleinen wie großen Firmen, die sich Akademikern in vielen Branchen eröffnen. Das hat Harri Lemke als neuen Partner überzeugt: „Hier besteht nicht bloß die Idee, sondern ein echter Bedarf.“

Die Firmen können und sollen sehr präzise angeben, welche Anforderungen sie stellen, welche Erfahrungen sie suchen. Und die Studenten können genauso präzise angeben, was sie können und suchen. Und was ihnen Spaß macht. Sie können dann Interesse an einer Firma markieren. Beide Seiten erkennen, ob es passt.

Über die Software kommt dann auch der Kontakt zustande. Ganz wichtig: Wenn ein Student kein Interesse an einer Firma zeigt, dann kann diese auch keinen Kontakt aufnehmen. Der Nervfaktor wird so quasi bei Null gehalten. Ebenso wichtig: Das Programm verzichtet auf jeglichen Schnickschnack. Einfach und schnell kann es bedient werden. „So etwas gibt es in Deutschland bislang nicht“, sagt Otrzonsek. Während die Firmen für die Teilnahme zahlen, können Studenten sich kostenfrei anmelden.

Die Firmen, so betont Otrzonsek, zeigten großes Interesse an der Entwicklung, erste Signale zur Teilnahme liegen vor. Kooperiert wird bereits mit den Hochschulen Niederrhein, Wismar – wo Otrzonsek studiert hat – und Verbänden wie den Aachener Verein Regina, der die Informatikbranche in der Region repräsentiert.

Eine erste Version der Prisus-Software wurde nach der Testphase noch einmal modifiziert, die neue Version ist nun einsatzbereit.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert