Starker Partner der regionalen Wirtschaft

Von: Berthold Strauch
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Montage für Oerlikon-Schlafhorst: Quip-Vorstand Wolfgang Haller (M.) erläutert Harald Heidemann (l.) und Bernhard Kugel (beide S-UBG) die Spulenaufsteckung für Textilmaschinen. Foto: Berthold Strauch

Aachen/Baesweiler. Manchmal führt der Zufall ein wenig Regie: Bereits seit 25 Jahren kümmert sich die Aachener Unternehmens-Beteiligungsgesellschaft der regionalen Sparkassen (S-UBG) um die Finanzierung von hoffnungsvoll wachsenden Pflänzchen im Wirtschaftsleben zwischen Aachen und Krefeld, Mönchengladbach und Euskirchen, Heinsberg und Düren.

 Seit dem Startschuss 1988 wuchs ein interessantes Portfolio unterschiedlicher Engagements heran. Und immer am Puls der Zeit unterwegs, kommt jetzt ein hochmodernes neues Engagement hinzu, das die Produktpalette der mittelständischen Partner der S-UBG auf interessante Weise ergänzt: die Elektromobilität.

Denn mit ihrer 2008 eingegangenen Beteiligung an der Baesweiler Quip AG wird die von Harald Heidemann und Bernhard Kugel gelenkte Aktiengesellschaft, deren Hauptquartier sich in Aachen befindet, in ihrer Heimatstadt mithelfen, ein spannendes neues Kapitel aufzuschlagen: Die S-UBG unterstützt die Übernahme der bisherigen Aktivitäten des Waggonherstellers Bombardier, eines langjährigen Quip-Kunden, durch die neu formierte Talbot Services GmbH, eine Schwestergesellschaft von Quip. Und die Firma mit der Anleihe an einen großen Traditionsnamen soll die Serienproduktion des in Aachen entwickelten Streetscooters übernehmen.

Vor fünf Jahren begleitete die S-UBG den Weg der Quip AG in eine auf sichere Fundamente gestellte Zukunft. Damals stiegen die Gründungsgesellschafter aus. Und die Sparkassen-Tochter finanzierte damals diesen Eigentümerwechsel, ein klassisches Management-Buy-out. Wolfgang Haller, seinerzeit für den Vertrieb verantwortlich, griff mit seinen Kollegen Manfred Bauens und Karl-Heinz Guth beherzt und mutig zu, um die Erfolgsgeschichte ihres Unternehmens weiterzuschreiben. Für die finanzielle Absicherung sorgen seitdem weitere Partner. Mit einem 51-prozentigen Anteil übernahm die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft Luxempart SA aus dem Großherzogtum die Mehrheit bei Quip, während sich die S-UBG mit 29 Prozent begnügte. Weitere zehn Prozent hält der belgische Honorarkonsul Yves Noël, den Rest das Management-Trio um Haller. „Der Übergang hat geklappt“, zieht Harald Heidemann, der im Quip-Aufsichtsrat sitzt, nach fünf Jahren eine positive Zwischenbilanz.

Job-Motor

„Derzeit finanziert der Gesellschafterkreis das weitere Wachstum“ – sprich: den künftigen Bau von Schienenfahrzeugen, aber insbesondere das neue Highlight der Aachener Industrie. Und aus dem kleinen Stromer, dessen Montage zunächst von 40 Talbot-Leuten übernommen werden soll, könnte noch etwas ganz Großes werden: ein stark wachsender Job-Motor.

Jetzt schon zählt Quip, unter deren Dach der Streetscooter kräftig heranwachsen soll, je nach Saison und Auftragslage 1300 bis 1400 Mitarbeiter, davon rund 130 in Baesweiler. Die Perle, die 2009 mit dem Innovationspreis der Region ausgezeichnet worden war, ist am Markt als Personaldienstleister aktiv. Dies bedeutet: Quip montiert im Auftrag regionaler Unternehmen deren Produkte.

Zum Beispiel Aixtron aus Herzogenrath: Schon seit 1996 ist das Hightech-Unternehmen Kunde von Quip, seit 15 Jahren im Bau von Beschichtungsanlagen für die Halbleiterindustrie. Derzeit laufen Aixtrons Geschäfte nicht so gut, was auch die „verlängerte Werkbank“ Quip zu spüren bekommt: Gewohntes Fertigungsvolumen ist weggebrochen. Die Verantwortlichen schauen sich nach Alternativen um, um ihre hochqualifizierte Belegschaft auslasten zu können – und um ihr Know-how zu halten, bis die Auftragslage wieder besser ist. Derzeit laufen Gespräche mit Automobilzulieferern, um neue Aufträge zu akquirieren, sagt Haller. Zu den etablierten Quip-Partnern zählen der Textilmaschinenhersteller Oerlikon-Schlafhorst aus Übach-Palenberg und Aker-Wirth aus Erkelenz, für die Teile für Offshore-Bohranlagen bearbeitet werden.

Für das Quip-Wachstum werden deren Gesellschafter einstehen, dazu mit den Sparkassen im Rücken. Die S-UBG hält derzeit rund 40 Beteiligungen mit etwa 4000 Mitarbeitern, wobei Quip die größte ist. Der Gesamtumsatz beträgt 500 Millionen Euro. Etwa ein Fünftel davon entfällt auf den Aachener Kosmetikhersteller Babor.

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