Sparkasse Aachen trotzt der Finanzkrise

Von: Kö
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Aachen. Die Sparkasse Aachen konnte sich im vergangenen Jahr trotz der weltweiten Finanzkrise gut behaupten.

Vielen Neukunden diente sie als „Stabilitätsanker”. Diese Bilanz zog der Vorstandsvorsitzende Jochen Bräutigam bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2008.

Der Wunsch vieler Anleger nach „einem sicheren Hafen” versetzte dem Einlagengeschäft einen kräftigen Schub, so dass der Bestand allein in den Monaten Oktober und November um 220 Millionen Euro zunahm. Die Sparkasse sei mit ihrem konservativen Anlegeverhalten genau richtig gefahren, erklärte Bräutigam.

Wäre man den Vorstellungen der Rating-Agenturen gefolgt, stünde man heute viel schlechter da. Trotz der positiven Zahlen für 2008 machte Bräutigam deutlich, dass im laufenden Jahr mit „deutlichen Bremsspuren” zu rechnen sei. „Wir sind noch mitten in der Finanzkrise.”

Das Kreditgeschäft konnte im vergangenen Jahr nochmals ausgebaut werden. Insgesamt wurden 1,1 Milliarden Euro an mittel- und langfristigen Ausleihungen zugesagt, davon 578 Millionen Euro auf Finanzierungen von Unternehmen und 406 Millionen Euro auf private Kunden.

Die Zunahme der Kredite an Unternehmen und Selbstständige um 114 Millionen nach einem Plus von 56 Millionen Euro im Vorjahr nahm Hubert Herpers, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, als Beleg dafür, dass „von einer Kreditklemme keine Rede” sein könne.

Auch die privaten Kunden erwiesen sich als ausgabenfreudig Die Bestandsausweitung lag mit 73 Millionen auf dem Niveau des Vorjahres. Neben der Baufinanzierung spielten die 5900 Konsumentenkredite mit einem Volumen von 53 Millionen Euro eine wichtige Rolle. Von einer Kaufzurückhaltung könne man angesichts dieser Zahlen wohl nicht sprechen, meinte Herpers.

Angesichts der Rezessionsgefahren sieht die Sparkasse sich verstärkt als Partner des Mittelstandes. Die für dieses Jahr geplante Mittelstandsoffensive mit einem Förderprogramm im Umfang von 60 Millionen Euro wird auf den Februar vorgezogen. Im Mittelpunkt stehen die Unterstützung des Kfz-Leasings bei Geschäfts-und Firmenkunden, Modernisierungsdarlehen und die Finanzierung von Photovoltaik-Anlagen.

Unternehmen besser gerüstet

Herpers warnte davor, die konjunkturelle Situation „schlechter zu reden als sie ist”. Die „Studie Mittelstand 2009” des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes habe gezeigt, dass die Unternehmen viel besser aufgestellt seien als in der Krise der Jahre 2001 und 2002. Auch in der Region Aachen hätten die Firmen ihre Eigenkapitalpositionen kräftig verbessert und die Grundlagen geschaffen, mit flexiblen Arbeitszeit- und Vertragsmodellen auf Nachfrageschwankungen zu reagieren.

Im Einlagengeschäft der Sparkasse stand der Sicherheitsaspekt im Vordergrund. Zum Jahresende lag der Einlagenbestand 245 Millionen Euro (plus 3,7 Prozent) über dem Vorjahreswert. Bräutigam bedauerte, dass inzwischen von einigen Instituten, die sich zuvor unter den staatlichen Rettungsschirm begeben hätten, wieder ein heftiger Konditionenwettbewerb ausgelöst werde.

Mit der Ertragslage zeigte sich Bräutigam für das letzte von ihm verantwortete Geschäftsjahr zufrieden. Er scheidet zum 31. Mai aus. Nachfolger wird, wie gemeldet, Hubert Herpers. Trotz eines Rückgangs im operativen Geschäft um 1,7 Prozent auf 110 Millionen Euro konnte das Institut seine Spitzenposition unter den rheinischen Sparkasse behaupten. Der Zinsüberschuss sank von 2,03 auf 1,98 Prozent, der Jahresüberschuss von 35,5 Millionen Euro auf 35,1 Millionen.
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