Sparkasse Aachen trifft Vorsorge für Landesbank-Risiken

Von: Ulrich Kölsch
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Aachen. Trotz der Finanzkrise konnte die Sparkasse Aachen 2009 ein „grundsolides Ergebnis” erzielen. Von einem „erfolgreichen Jahr” sprach Vorstandsvorsitzender Hubert Herpers und verwies auf positive Entwicklung im Einlagen- und Kreditgeschäft und ein verbessertes Betriebsergebnis.

Die „Kleingliedrigkeit” des Sparkassenwesens in Deutschland mit über 430 Einzelinstituten führt Herpers als Grund an, dass die Kommunalinstitute von den Auswirkungen der Finanzkrise weitgehend unberührt blieben. Einziger Wermutstropfen im Jubiläumsjahr - die Sparkasse wurde 2009 einschließlich Vorgängerinstitut 175 Jahre alt - sind die Belastungen durch die Westdeutsche Landesbank (WestLB).

Wie groß diese Last ist, wollte Herpers nicht sagen. Allerdings will die Sparkasse ab 2010 über einen Zeitraum von 25 Jahren Beträge zur Abdeckung potenzieller Verluste zurücklegen. „Wir können dies mit Blick auf unsere ausgeprägte Ertrags- und Kapitalstärke gut verkraften”, versicherte Herpers und unterstrich, dass auch die Spenden- und Sponsortätigkeit - fünf Millionen Euro pro Jahr - uneingeschränkt fortgeführt wird.

„Von einer Kreditklemme kann bezogen auf die Sparkasse Aachen keine Rede sein”, erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Norbert Laufs. Der Kreditbestand wurde um 171 Millionen Euro (+ 2,9 Prozent) auf 6,053 Milliarden Euro ausgeweitet. Eine Milliarde Euro wurden an mittel-und langfristigen Darlehen zugesagt, davon entfielen 436 Millionen Euro auf Unternehmen und 452 auf private Kunden. Bei dem im Februar 2009 ausgelegten Mittelstandsprogramm spielten Investitionen in Solar- und Photovoltaikanlagen eine besondere Rolle. Das Sonderprogramm werde auch in diesem Jahr wieder präsentiert, kündigte Laufs an.

Um ein Prozent legte der Einlagenbereich auf 6,9 Milliarden Euro zu.

Nachdem durch den Lehman-Schock vom Herbst 2008 rund 200 Millionen zur Sparkasse „hineingeschwappt” sei, habe es bei den Spareinlagen in der ersten Jahreshälfte 2009 recht flau ausgesehen, beschrieb Herpers. Das habe sich erst durch die Jubiläums-Anlage zur Jahresmitte geändert, die sich als Renner erwiesen habe. Insgesamt flossen 200 Millionen in diese Anlage, die Hälfte davon als Neuanlagen. Insgesamt legten die Spareinlagen um 475 Millionen Euro (+ 26 Prozent) zu.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Wertpapiergeschäft deutlich gebessert. Es wurde ein Wertpapier-Absatz von 147 Millionen Euro verzeichnet gegenüber einem Minuswert von 27 Millionen im Vorjahr. Zufrieden zeigte sich Herpers mit der Ertragslage. Die Sparkasse konnte ihr operatives Ergebnis um 33 Prozent auf 145 Millionen Euro steigern - ein Spitzenplatz unter den rheinischen Sparkassen. Der Zinsüberschuss kletterte von 1,97 auf 2,34 Prozent, und der Provisionsüberschuss blieb mit 58 Millionen Euro stabil. Aus dem unveränderten Jahresüberschuss von 35,1 Millionen Euro sollen die Gewährsträger StädteRegion und Stadt Aachen wieder 9,9 Millionen Euro erhalten. Zuversichtlich blickt Herpers auf 2010, obwohl die erwartete Pleitewelle noch Rückschläge bringen werde.
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