SpanSet GmbH: Seit 50 Jahren unter Spannung

Von: Alexander Barth
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SpanSet-Geschäftsführer Patrick Schulte berichtet beim IHK-Forum. Foto: Andreas Herrmann
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Sein Kollege Hans-Josef Neunfinger erläutert die Funktion einer Zugratsche. Foto: Andreas Herrmann
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Besucher nehmen die Tragschlingen unter die Lupe, die bis zu 10.000 Kilogramm Last tragen können. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Dame auf dem Fahrersitz wirkt zufrieden. Gerade hat sie den Sicherheitsgurt angelegt, ein Autoutensil, das in den 60er Jahren noch Seltenheitswert besaß. Das Schwarz-Weiß-Bild der Volvo-Fahrerin gehört zu den frühen Zeugnissen der Erfolgsgeschichte der in Übach-Palenberg ansässigen SpanSet GmbH & Co. KG, die vor 50 Jahren begann.

Und die am Dienstag im Mittelpunkt der 44. Ausgabe des von der Aachener Zeitung und der Industrie- und Handelskammer Aachen präsentierten Unternehmerforums stand.

Bei der Gründung im Jahr 1966 stand bei SpanSet noch die Autosicherheit im Fokus. Der Gurt gehört heute allerdings nicht mehr zum Kerngeschäft. Vielmehr konnten Hans-Josef Neunfinger und Patrick Schulte, gemeinsam Geschäftsführer der SpanSet GmbH, beim Forum von den Erfolgen der jüngeren Vergangenheit berichten: Hebetechnik, Ladungssicherung, Höhensicherungstechnik und Sicherheitsmanagement bilden nun das Kerngeschäft des Unternehmens, das den Standort Übach-Palenberg seit langem favorisiert – und dies auch künftig tun will.

Nach der Kohle kamen Textilien

Ende der 60er Jahre folgten die Verantwortlichen der ursprünglich in Schweden gegründeten SpanSet dem „guten Ruf der hiesigen Textilindustrie“, erklärte Hans-Josef Neunfinger. Er ist seit 43 Jahren im Unternehmen, hat es vom Azubi zum Geschäftsführer gebracht und geht in den Augen seines Kollegen als lebendes Firmenlexikon durch. „Damals wurde damit begonnen, eine Lücke zu schließen, die die Kohleindustrie hinterlassen hatte“, berichtete Schulte beim von AZ-Redakteur Thorsten Karbach moderierten Forum.

„Der erste Standort für unsere Webstühle war die alte Kantine der 1962 geschlossenen Zeche Carolus Magnus.“ Die gute Infrastruktur und Verkehrsanbindungen auch zu den Häfen Rotterdam und Antwerpen hätten damals den Ausschlag für die Ansiedlung gegeben – „ein Argument, das bis heute zieht“, sagte Schulte.

Mit ihren textilgefertigten Lastsystemen haben die Übach-Palenberger, die zu einem Konsortium von 15 Gesellschaften gehören, in den vergangenen Jahren so manches große Ding bewegt – darunter geschichtsträchtige Schwergewichte. Neunfinger und Schulte hatten für ihr Firmenselbstporträt tief in die Fotokiste gegriffen und präsentierten die entsprechenden Zeugnisse – nicht ohne Stolz.

Die zwischenzeitlich renovierte Quadriga-Figur steht seit 1990 dank SpanSet-Tragkraft wieder sicher auf dem Brandenburger Tor, auch Kaiser Wilhelm wacht mit Hilfe aus Übach-Palenberg nach einem Lifting wieder über dem Deutschen Eck bei Koblenz. Das traditionsreiche Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern erhielt Teile seines Daches 1998 gesichert mit dem „Anti-Belt-Slip-Verfahren“ der SpanSet.

„Noch vor zehn Jahren waren wir stolz auf Systeme, die 50 Tonnen tragen“, erinnerte sich Geschäftsführer Neunfinger, „heute heben wir 2000 Tonnen schwere Pfähle für Off-Shore-Windanlagen“. Man habe Standards gesetzt, verkündete das Duo. Als Anschauungsobjekte hatten die Geschäftsführer ihre hauseigenen Gewichtheber mitgebracht – Ratschen und Schlingen zum Anfassen für die rund 70 Besucher im Forum der IHK Aachen in der Theaterstraße.

„Wir sind heute mit unseren Systemen auf jedem Kontinent präsent – außer in der Antarktis“, erklärte Neunfinger beim Blick auf die virtuelle Absatz-Weltkarte. Überall habe die textile Fertigung über die Jahre Ketten und andere Tragesysteme abgelöst. Was wohl die wenigsten vermuten würden: SpanSet gehört nach wie vor zur Branche der Textilindustrie. „Bis heute sind wir eine klassische Bandweberei“.

Neben dem Bekenntnis zum Standort Übach-Palenberg entlockten die Besucher den Geschäftsführern bei einer finalen Fragerunde noch reichlich Wissenswertes – Am Ende durften Schulte und Neunfinger gar noch einen Tipp für die Schließung der Lücke auf der Landkarte mit nach Hause nehmen: „Fragen Sie mal bei der US-Luftwaffe, die unterhält schließlich in der Antarktis Stützpunkte und hat sicher reichlich zu transportieren“, empfahl ein findiger Gast.

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