Siemens und RWTH forschen nach Seltenen Erden

Von: abt
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Windenergie mit High-Tech: Die
Windenergie mit High-Tech: Die Generatoren solcher Windkraftanlagen werden von Permanentmagneten erregt. Dafür braucht man Seltene Erden, die von Siemens und der TH erforscht werden. Foto: Siemens

Aachen. Seltene Erden sind eigentlich Metalle, vor allem aber wichtige Rohstoffe in Schlüsseltechnologien und High-Tech-Produkten. Zum Beispiel in Antrieben und medizinischen Großgeräten, die Siemens produziert.

Weil die Gewinnung und die Verarbeitung von Seltenen Erden aber noch problematisch sind, wird dem Konzern an der RWTH ein „Siemens-Forschungsbereich (SFB)” eingerichtet, der zum 1. Januar startet.

Sechs Millionen Euro lässt sich Siemens das auf vier Jahre angelegte Vorhaben kosten, in dessen Rahmen mindestens neun Promotionen entstehen sollen. „Eine Kooperation diesen Umfangs und mit einem so anspruchsvollen Forschungsprogramm ist auch für die bei Industriekooperationen sehr gut aufgestellte RWTH Aachen eine Premiere. Ich freue mich, dass Siemens und die RWTH diesen wichtigen Schritt in der Zusammenarbeit jetzt umsetzen konnten”, freute sich Rektor Ernst Schmachtenberg bei der Unterzeichnung des Vertrags.

Die derzeit angewandten Verfahren zum Abbau und zur Gewinnung von Seltenen Erden seien nicht optimal hinsichtlich Nachhaltigkeit und langfristiger ökologischer Verträglichkeit.

Zielsetzung des Vorhabens sei es, Methoden und Verfahren zur „umweltfreundlichen und effizienten Bereitstellung von Seltenen Erden für Permanentmagnete zu entwickeln”. In vier Themenfeldern gehe es dabei unter anderem um die sichere Bewertung von alternativen Lagerstätten, um nachhaltige Verfahrensweisen zur Gewinnung und Extraktion der Metalle, sowie um die Erarbeitung effizienter Methoden zum Recycling.

Beteiligt sind vier Lehrstühle, das Forschungszentrum Jülich sowie Experten des Siemens-Sektors Industry. Inhaltlich koordiniert wird es seitens der RWTH von Prof. Bernd Friedrich, Leiter des Instituts „IME Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling”; bei Siemens von Prof. Dieter Wegener, Leiter der Vorfeldentwicklung im Industry Sector.

Auffällig ist, dass man für diese Kooperation das Kürzel SFB (für Siemens-Forschungsbereich) verwendet wissen will und sich dabei ausdrücklich auf die Sonderforschungsbereiche der DFG - kurz gleichfalls SFB - bezieht. Diese SFB sind auf zwölf Jahre angelegte Projekte der Hochschulen, die erst nach aufwändiger Begutachtung genehmigt und öffentlich finanziert werden und von vergleichbarer Reputation sind wie Exzellenzcluster. „Wir haben das SFB-Modell daraufhin analysiert, was wir daraus für die Gestaltung unserer Forschungspartnerschaften lernen können”, so Wegener.
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