Sich fit machen für den nächsten Aufschwung

Von: Kö
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Trotz Horrormeldungen aus der Wirtschaft optimistisch: IHK-Präsident Bert Wirtz. Foto: Herrmann

Aachen. Die Folgen der Rezession so weit wie möglich abmildern und die Region fit machen für den Aufschwung. Dazu rief der im vergangenen Sommer gewählte Präsident der Industrie- und Handelskammer Aachen, Bert Wirtz, am Dienstag in seiner ersten Rede vor der Jahresvollversammlung die Unternehmer auf.

Trotz aller aktuellen Horrormeldungen gab Wirtz sich optimistisch, denn er sieht die deutsche Wirtschaft „in dieser Rezession viel wettbewerbsfähiger als in den Krisen früherer Jahre”. So seien mit Hilfe der Gewerkschaften die Lohnstückkosten um 15 Prozent gesenkt worden. Wirtz wundert es deshalb nicht, wenn Deutschland in den USA als wichtigster ausländischer Investitionsstandort angesehen wird.

Einen Ausweg aus der Krise sieht der IHK-Präsident in einem Bündel von Maßnahmen. An erster Stelle nennt er die Wiederherstellung des Vertrauens innerhalb des Finanzsystems. Dazu zählt er die staatliche Garantieerklärung für die Spareinlagen ebenso wie das Verhalten der Kreditinstitute selbst. „Die Banken müssen das Vertrauen, das sie zerstört haben, wieder aufbauen.”

Gesetze auf den Prüfstand

Auch eine mittelstandfreundlichere Politik können einen Ausweg aus der Krise weisen. „Viele unternehmensfeindliche Gesetze gehören jetzt auf den Prüfstand. Mögliche Enteignungen von Banken und andere Einschnitte im Finanzsektor sieht Wirtz durchaus pragmatisch und unideologisch, wenn es sich um vorübergehende Maßnahmen handele. Langfristig müsse aber der Grundsatz gelten: „Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer. Nur eine freiheitliche Wirtschaftsordnung sichert die Zukunft und führt aus der Krise.”

Öffentliche Konjunkturprogramme allein reichten nicht aus. Auch die Investitionen der Unternehmen selbst seien gefragt. Notwendig sei es auch, überlange Genehmigungsverfahren zu beschleunigen um industrielle Großvorhaben anzustoßen.

Als konkrete Projekte in der Region nannte Wirtz:

den Ausbau der Schienenkapazität und eine „attraktive stündliche Schnellverbindung zwischen Köln und Aachen”.

die Erschließung der Region mit schnellen Datenleitungen. Im ländlichen Raum gebe es noch „beklagenswerte Defizite”.

An die Kommunen der Region appellierte er, ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber kleinen Unternehmen und Handwerksbetrieben so zügig wie möglich nachzukommen. „Wenn wir Milliarden zu Konjunkturförderung einsetzen, dann dürfen doch Rechnungen, die das Überleben unserer Betriebe sichern, nicht ohne Not liegen bleiben.”

Trotz des Rekords auf dem regionalen Ausbildungsmarkt mit knapp 4800 Verträgen im letzten Jahr hält es Wirtz für inakzeptabel, dass zehn bis 15 Prozent eines Jahrgangs sich als nicht ausbildungsfähig oder ausbildungswillig erweisen. Kommunen, Arbeitsagentur und Unternehmen sollten Methoden entwickeln, diese Jugendlichen nachzuqualifizieren.

Als wesentlichen Faktor für den weiteren Strukturwandel in der Region sieht Wirtz den entstehenden Campus der RWTH Aachen. Dort könnten bei Fertigstellung 5000 bis 7000 hochwertige Arbeitsplätze entstehen und so den Anspruch der Technologieregion Aachen untermauern, auch international zu den Spitzenreitern zu gehören.
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