Sepa-Überweisung: Die Zeit drängt, gerade für Unternehmen

Von: (R.O./hjd)
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Sepa-Überweisung
Ab Februar 2014 wird die Sepa-Überweisung Pflicht. Foto: dpa

Aachen. Die Warnungen sind eindeutig und besorgniserregend: Gut ein halbes Jahr vor dem Start der neuen internationalen Kontonummern (Iban) in Europa ruft die schleppende Umstellung die Bankenaufsicht Bafin auf den Plan. In einem dringenden Schreiben hat sie die Banken gewarnt, dass im Falle einer verspäteten Umstellung auf die neuen EU-Regeln für Zahlungsüberweisungen (Sepa) die Liquiditätsversorgung bei den Unternehmen massiv gestört werden könnte.

Auch die Banken selbst und die Politik schlagen Alarm: Gerade viele Kleinunternehmen und Vereine seien noch längst nicht auf die europaweite Vereinheitlichung von Überweisungen und Lastschriften vorbereitet, warnten das Bundesfinanzministerium, die Bundesbank und die Deutsche Kreditwirtschaft in Berlin.

Dadurch bestehe die Gefahr, dass im Februar Gehälter nicht ausgezahlt und Vereinsbeiträge nicht eingezogen werden könnten, sagte Ludger Gooßens vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Höchste Zeit also, noch einmal über Sepa aufzuklären. Wir wollen dies im Rahmen einer kleiner Serie tun, die heute mit allgemeinen Fragen startet und die dann die Details der Umstellung und die sich daraus ergebenden Probleme für Unternehmen, Vereine, Privatleute und Geldinstitute selbst darstellen wird.

Was bedeutet Sepa?

Das Kürzel steht für Single Euro Payments Area, also einen einheitlichen Zahlungsraum für Transaktionen in Euro. Dort werden Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen standardisiert und gleich abgewickelt – egal ob sie ins Inland oder über Grenzen gehen. Die nationalen Zahlungsverfahren werden nach und nach abgeschafft. Nach der Einführung des Euro – 1999 als Buch-Geld, 2002 auch als Bargeld – ist es das größte Zahlungsverkehrs-Projekt in Europa.

Seit wann gibt es Sepa?

Seit Anfang 2008 bieten Banken ihren Kunden Sepa-Überweisungen an, seit 2009 auch Sepa-Lastschriften. In der Praxis nutzen die meisten Bankkunden diese aber nur bei Transfers ins Ausland, insbesondere die Deutschen hängen an ihrem System. Die EU hat daher einen Termin gesetzt: Ab 1. Februar 2014 wird die internationale Kontonummer Iban, die in Deutschland immer 22-stellig ist, grundsätzlich Pflicht – auch für Überweisungen und Lastschriften im Inland.

Wer ist von der Umstellung auf Sepa betroffen?

Jeder Kontoinhaber, egal ob Privatperson, Verein, öffentliche Einrichtungen oder Unternehmen.

Wann muss der Kunde auf Sepa umsteigen?

Wie gesagt: Vom 1. Februar 2014 an ist die Umstellung grundsätzlich Pflicht. Bis dahin gelten Sepa und die nationalen Zahlungssysteme parallel. Für Verbraucher gilt allerdings eine Übergangsfrist bis Februar 2016. Bis dahin können sie die alte Kontonummer noch nutzen, sofern ihre Bank die automatische Umwandlung in die Iban anbietet.

Wie groß ist der Sepa-Raum?

Zu Sepa gehören derzeit 33 Länder mit rund 505 Millionen Einwohnern, das sind die 28 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz. Der Sepa-Raum wird im Zahlungsverkehr damit zum Inland. Die Dimension des Projektes wird unter anderem an der Zahl der Überweisungen und Lastschriften deutlich: In Deutschland laufen jeden Tag über die Plattformen der Bundesbank zehn Millionen dieser Vorgänge ab. Im Euroraum sind es nach Angaben von Thiele jedes Jahr 35 Milliarden.

Welche Vorteile bieten die neuen Sepa-Regeln?

Wer ins Ausland Geld überweisen muss, kann das schneller und billiger tun. Die EU rechnet mit Einsparungen von 123 Milliarden Euro binnen sechs Jahren. Wer etwa in Deutschland wohnt, aber im Ausland arbeitet, kann sich sein Gehalt auf sein Konto in der Heimat überweisen lassen. Bisher waren mehrere Konten nötig. Auch die Miete für die Ferienwohnung etwa auf Mallorca lässt sich bequem über ein deutsches Konto zahlen. Unternehmer können fällige Rechnungsbeträge von Kunden in Hamburg genau so wie in Mailand einziehen. Sepa-Überweisungen sollen künftig innerhalb eines Bank-Arbeitstages abgewickelt werden und nicht teurer sein als bislang Überweisungen im Inland.

In welcher Währung sind Sepa-Zahlungen möglich?

Nur in Euro. Überweist ein Bankkunde in anderen Währungen, muss er eine Auslandsüberweisung vornehmen.

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