RWTH-Symposium: Energiewende sorgt für Aufwind bei Glasfasern

Von: Berthold Strauch
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Aachen. Die Energiewende gibt der Branche nochmals einen kräftigen Schub: Gerade die Windenergie-Szene gehört zu den bevorzugten Abnehmern von glasfaserverstärktem Kunststoffen.

Wenn die Windräder immer höher in den Himmel ragen, wächst entsprechend auch die Effizienz und damit der Stromertrag aus dieser unerschöpflichen Kraft der Natur. Entsprechend steigen auch die Anforderungen an die Stabilität der eingesetzten Materialien. Dieses Thema ist somit einer der Schwerpunkte des ersten „Glasfaser-Symposiums” dieser Art in der Welt, das noch bis Freitag an der RWTH stattfindet. Rund 140 Wissenschaftler und Branchenvertreter aus 14 Nationen rund um den Globus mit Schwerpunkt Asien und USA, neben Europa, versammeln sich dazu im „Super C”.

„Rund 80 Prozent des weltweiten Marktes sind hier repräsentiert”, betonte Davide Pico (34), Forscher an dem von Professor Thomas Gries geführten Aachener Institut für Textiltechnik (ITA), das die Veranstaltung gemeinsam mit dem RWTH-Institut für Gesteinshüttenkunde organisiert hat.

Präsent sind zudem weitere Aachener Institute wie etwa das für Werkstoffanwendungen im Maschinenbau und das für Massivbau. Die globale Produktionskapazität für die so genannten „Hochmodulfasern” wird mit rund 5,3 Millionen Tonnen angegeben. Zu den bei dem Symposium vertretenen namhaften Glasfaser-Herstellern zählt im Übrigen auch die Aachener Saint Gobain Vetrotex.

Mehr als 65 Prozent der Anwendungen sind in der Transportindustrie zu finden, zum Beispiel im Schiffsbau und bei den Automobilherstellern, im Bereich Gebäude und Konstruktion, etwa bei Textilbeton mit glasfaserverstärktem Zement und eben bei Windkrafträdern, wo ein jährliches Wachstumspotenzial von 20 Prozent winkt. Vor fünf Jahren, so Pico, habe der Durchmesser der Windräder noch bei 120 Metern gelegen.

Inzwischen gebe es bereits Prototypen nur aus Glasfasern mit 160 Metern Durchmessern. Im Ergebnis verdoppele sich der Ertrag von fünf auf zehn Megawatt. Solche Riesen müssten natürlich besonderen mechanischen Belastungen standhalten - echte Herausforderungen an Zugfestigkeit und Steifigkeit der eingesetzten Materialien, die deutlich leichter als Stahl seien, so der italienische Wissenschaftler, der in Genua studierte und in Wien promovierte und den die Qualitäten der Exzellenz-Universität nach Aachen lockten. Hier will Davide Pico, seit anderthalb Jahren hier, nun gerne bleiben.

Zu den Zielen des Symposiums zählen der intensive Austausch zwischen Produzenten und Anwendern, Anschubwirkungen für möglichst erfolgreiche Kooperationen sowie erhoffte wegweisende Fingerzeige für zukunftsträchtige Innovationen.
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