Regionale Innovationskraft soll Kapitalgeber anlocken

Von: Carsten Rose
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Dr. Henning Steinhagen: Vorstandsvorsitzender von Medlife e.V. Foto: Carsten Rose

Aachen. Es ist ein Zusammenschluss, der die Region über die Landes- und Bundesgrenzen hinweg attraktiver machen soll: MedLife ist der neue Verein, der nach dem Zusammenschluss von LifeTecAachen-Jülich und dem Aachener Kompetenzzentrum für Medizintechnik (AKM) das große Netzwerk der Life Sciences in Aachen verkörpert.

Hinter MedLife stehen mehr als 80 Unternehmen, Dienstleister, Hochschulen und Startups. Damit bilden diese Akteure aus Forschung und Entwicklung der Medizintechnik und Life Sciences den zweitgrößten Branchenverbund in der Region Aachen. Sitz von MedLife ist das Zentrum für Biomedizintechnik (ZBMT) auf dem Campus Melaten.

Die strategische Ausrichtung stützt sich auf drei wesentliche Säulen. Die erste: Kapitalgeber anlocken. „Aachen und die Region haben viel Innovationskraft, große Kapitalgeber sind hier jedoch nicht angesiedelt“, sagt Henning Steinhagen, Vorstandsvorsitzender von MedLife und Leiter des Fachbereichs für neue Wirkstofffindung gegen Schmerzen und entzündliche Erkrankungen bei dem Aachener Pharma-Unternehmen Grünenthal. Als Vergleich nennt Steinhagen den Life-Science-Campus im bayrischen Martinsried, der dem hiesigen in dieser Hinsicht mindestens „zehn bis 15“ Jahre voraus sei. Risikokapitalgeber, private Investoren und auch Landesmittel möchte MedLife für sich gewinnen.

Neben finanzieller Unterstützung will der Verein Startups sowie kleinere und mittlere Unternehmen unter die Arme greifen. „Wir sind eine Anlaufstelle für Firmengründer, und möchten alle Prozesse tatkräftig begleiten“, sagt Steinhagen. Hierbei kommt dann die AKM Innovationsmanagement GmbH (künftig MedLife GmbH) ins Spiel. Diese bietet zum Beispiel Innovationsberatungen oder entwickelt Unternehmenskonzepte. Der Verein MedLife versteht sich als reines Netzwerk, die GmbH ist ein Dienstleister.

„Unser drittes Ziel ist es, über die regionalen Grenzen hinaus zu wachsen – national wie international“, sagt Steinhagen. Die Biomedica, der jährliche Kongress in den Bereichen Bio-Wissenschaft und Gesundheitswesen in der Euregio Maas-Rhein, entstand etwa 2007 aus Kontakten nach Belgien und in die Niederlande. Auf der diesjährigen Tagung unterzeichnete mit dem „Akron BioMedical Corridor“ (unter anderem bekannt für ein weltweit führendes Zentrum für Biomaterial der Universität Akron) ein erstes Mitglied aus den USA den Partnerschaftsvertrag mit Medlife.

Der Verein strebt zudem ZIM-Kooperationsnetzwerke an. Dahinter verbirgt sich das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand des Bundeswirtschaftsministeriums. Hierfür bereitet MedLife Projekte in den Bereichen „Telemedizin“ und „vollimplantierbare Medizinprodukte“ vor.

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