Regionale Erfinder sollen besser unterstützt werden

Von: jkü
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Aachen. Um Erfindungen aus Aachen künftig besser schützen zu können, haben das Patent- und Normenzentrum (PNZ) und die regionale Wirtschaftsförderungsagentur Agit am Dienstag eine Kooperation vereinbart. Davon sollen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen profitieren.

 „Durch eine gemeinsame Beratung wollen wir Mehrwerte schaffen“, sagt Agit-Bereichsleiterin Havva Coskun-Dogan.

Bislang war das Patent- und Normenzentrum, das in der RWTH Aachen angesiedelt ist, eher wissenschaftlich orientiert, und die Agit stellte wirtschaftliche Aspekte der Gründung bei ihrer Arbeit in den Vordergrund. Dadurch sei die Beratung an beiden Standorten für Gründer und Erfinder nicht optimal gewesen, sind sich die Verantwortlichen einig. Durch die formelle Zusammenarbeit soll die Abstimmung im Sinne der Unternehmer künftig leichter werden und „keine Schnittstellenproblematik entstehen“, sagt Coskun-Dogan. Nun sei klar festgelegt, wer welche Rolle einnehme und welche Informationen liefern könne.

Die Gefahr, dass Normen und Innovationen sich gegenseitig ausschließen, sieht Agit-Geschäftsführer Helmut Greif nicht. „Man muss die Balance halten zwischen Dingen, die man normen muss, und Innovationen“, sagt er. Beides sei notwendig. „Ich bin zum Beispiel dankbar, dass die Steckdosen in Deutschland gleich sind“, sagt Greif. Aber es sei wichtig, dass es für Handystecker keine Normen gebe, um Innovationen in der Funktionsweise zu ermöglichen.

Wer eine Erfindung patentieren lassen will, muss zunächst recherchieren, ob das Produkt oder die Idee wirklich neu ist. Das sei beim Patent- und Normenzentrum möglich, wo alle Normen kostenlos einsehbar seien, sagt Susanne Ruffert vom PNZ. Anschließend müssen juristische und betriebswirtschaftliche Aspekte beachtet werden. An dieser Stelle kommt für technische Erfindungen die Agit ins Spiel. Sollte das Produkt nicht schutzfähig sein, weil es das Produkt schon gibt, kann der Prozess frühzeitig abgebrochen werden.

Pro Jahr werden in NRW rund 7000 Patente angemeldet. Ein Patent ist für 20 Jahre gültig. Dann sei es erlaubt nachzubauen, sofern das Produkt nicht dem Markenschutz unterliegt, sagt Ruffert. In Aachen werden die meisten Patente in der Automobilbranche und in der Medizintechnik angemeldet. Allein 35 Patente pro Jahr sind es jedes Jahr von kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Region. Bei der Anmeldung werden der Hauptsitz der Firma und die Anschrift des Erfinders angegeben. Weil die großen Firmen ihren Sitz meist nicht in der Region haben, obwohl sie hier Patente anmelden, sei es schwierig eine Gesamtzahl zu benennen, sagt Greif.

Drei besondere Erfindungen werden am Donnerstag, 2. Juni, im Rahmen des AC²-Innovationspreises im Krönungssaal des Aachener Rathauses präsentiert. Dafür sind die Unternehmen devolo AG aus Aachen, MeteoViva GmbH mit Sitz in Jülich und QsQ Werkzeug- und Vorrichtungsbau aus Erkelenz nominiert.

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