Region trotzt allen Krisenprognosen: Von Rezession keine Spur

Von: Berthold Strauch
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Aachen. Als „ausgesprochen gut” bewertet die Aachener Industrie- und Handelskammer (IHK) zum Jahresbeginn die Wirtschaftslage in der Region. Die Rückmeldungen der Unternehmen zur Konjunkturumfrage hätten fast die Rekordwerte des Frühjahrs 2011 erreicht.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes sprach am Donnerstag von einer „Bombenverfassung”. Demnach drohe trotz anderslautender Expertenansichten - etwa bezogen auf die europäische Schuldenkrise - keine Rezession. „Die Unternehmen sind in einer guten Verfassung.” Das mache „Mut für die Zukunft”. Er erwartet „ein spannendes Jahr”.

Allerdings trübten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen die Aussichten der Betriebe. Im Ergebnis werde die Wirtschaft in den kommenden Monaten wohl etwas langsamer wachsen. Beteiligt an der Befragung hatten sich 324 Unternehmen mit etwa 46.500 Beschäftigten.

Mehr als die Hälfte der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage und verbesserten Erträgen. Zwei von drei Industrieunternehmen bilanzierten Umsatzsteigerungen im vergangenen Halbjahr. Zudem sei auch die Zahl der Mitarbeiter vergrößert worden.

Als Risiken benannte Drewes insbesondere die weitere Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise. Mit Einsparmaßnahmen und Umweltschutzinvestitionen versuchten die Betriebe hier gegenzuhalten. Angesichts der gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit sei es für sie leichter geworden, steigende Preise weiterzugeben.

Von „fulminant guten Werten” sprach Drewes bezüglich der Lage der Industrie. Fast die Hälfte aller Betriebe melde eine gute Geschäftslage, nur sechs Prozent erwarteten schlechte Zahlen. Die durchschnittliche Auslastung der Produktionskapazitäten sei erstmals seit fast zwei Jahren zurückgegangen, liege aber immer noch deutlich über dem langjährigen Mittelwert.

Bei den Dienstleistern habe sich die bereits gute Geschäftslage „nochmals verbessert”. 70 Prozent bezeichneten ihre Lage als gut, nur vier Prozent seien nicht zufrieden. Hier sprach Drewes von den besten Werten unter allen Wirtschaftssektoren. Positiv gestimmt sei auch der Handel, wo die Hälfte der Betriebe eine gute Lage melde, nur sechs Prozent eine schlechte Geschäftssituation. Drewes rechnet nach längerer Zurückhaltung mit steigenden Lohnabschlüssen, womit auch die Kaufkraft zunehmen werde. Sorgen macht sich die Kammer wegen der leichten Rückläufe am Bau, auch eine Folge der ausgelaufenen Konjunkturprogramme. Während der Wohnungsbau wachse, „schwächelt” der Gewerbebau.

Ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft der Region bleibt laut Drewes der Export, wobei zwar mit einer Zunahme gerechnet werde, allerdings auf einem etwas niedrigeren Niveau als bislang. Jeder zweite Betrieb habe seine Auslandsumsätze steigern können.

Mit Blick auf die aktuelle Lage und die politischen Rahmenbedingungen sagte Drewes, dass „wir im Augenblick keine Konjunkturprogramme und Steuersenkungen brauchen - aber auch keine neuen Restriktionen, die uns das Leben schwermachen”. Er rechnet damit, dass sich der Beschäftigungsaufbau verlangsamen werde - also immer noch mehr Menschen eingestellt, als Stellen abgebaut würden. Dabei verwies er auf Anstrengungen auch der Kammer, dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Hier gelte es, weitere Potenziale auszuschöpfen.
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