Maastricht - Privatinvestoren müssen noch am Boden bleiben

Privatinvestoren müssen noch am Boden bleiben

Von: Berthold Strauch
Letzte Aktualisierung:
flugzeug maastricht
Über 360.000 Passagiere: Ein sattes Plus verzeichnet der Flughafen auch bei der Luftfracht. Ryanair steuert von dort demnächst auch Mallorca und Mailand an.

Maastricht. Die Bürger aus der Euregio müssen nun doch länger als angekündigt auf zusätzliche Flugverbindungen vom Maastricht-Aachen-Airport (MAA) aus warten.

Wie berichtet, planen Privatinvestoren aus dem niederländischen Südlimburg, neue Direktrouten nach London und Amsterdam einzurichten. Darüber hinaus ist beabsichtigt, die bayerische Landeshauptstadt München anzufliegen.

Daraus wird vorerst also nichts. Denn die Geschäftsleute, die öffentlich zunächst nicht in Erscheinung treten wollen, haben es nach Angaben von MAA-Sprecher Mark Keulers bislang nicht geschafft, einen Wunschpartner an ihre Seite zu bringen: die niederländische Provinzregierung in Maastricht. Sie sollte laut Keulers aus ihrem „Innovationsfonds”, der mit Erlösen aus Verkäufen von Anteilen an Stromversorgern gespeist wird, rund eine Million Euro in das Flugprojekt stecken. Dazu gehört insbesondere die Gründung einer eigenen Fluggesellschaft, die die drei Strecken bedienen soll. Das erbetene Kapital sollte indes kein „verlorener Zuschuss” sein, sondern eine durchaus rentierliche Kapitalanlage, die verzinst und irgendwann auch zurückgezahlt werden sollte. Also eine kräftige Anschubspritze, um das Unternehmen überhaupt erst ans Fliegen zu bekommen.

Für den Startschuss der neuen Airline wollten die Investoren insgesamt fünf Millionen Euro zusammenbekommen. Nach dem Nein der Provinz zu dem Projekt bleibt zunächst eine Finanzierungslücke von 1,5 Millionen Euro, da die Investoren bislang lediglich 3,5 Millionen Euro aufbringen wollen. Nach Keulers Angaben bestehe allerdings durchaus die Hoffnung, dass die Flugunternehmer in spe die notwendigen Mittel doch noch anderweitig zusammenbekommen können. Entsprechende Verhandlungen seien noch im Gange, fügte er an.

Wohl müssten sie sich von ihrem ehrgeizigen Zeitplan verabschieden, so Keulers. Denn ursprünglich war beabsichtigt, die Flugziele Amsterdam, London und München bereits etwa ab April/Mai anzusteuern. Auf dem Flugplan waren täglich sieben Verbindungen vorgesehen. Kommt die Gründung zustande, könnte ab Ende 2012, realistischerweise wohl erst spätestens ab 2013 losgeflogen werden.

Die Absicht der Investoren ist es keinesfalls, sich einen eigenen Flugzeugpark zuzulegen - dazu wäre die angepeilte Gründungssumme bei weitem zu niedrig. Vielmehr planen sie, die notwendigen kleineren Maschinen entsprechend ihrem Flugplan zu leasen - samt der erforderlichen Piloten und weiterer Crew-Mitglieder.

Bis dies so weit ist, bleibt insbesondere die irische Billigfluglinie Ryanair, die die Zahl ihrer Urlaubsziele demnächst um drei auf elf steigert, verantwortlich für das zuletzt deutlich gestiegene Fluggastaufkommen auf dem Maastricht-Aachen-Airport. Daneben bestimmt die deutsche Gesellschaft Germanwings mit ihren Flügen nach Berlin das Geschehen, allerdings in wesentlich geringerem Maße.
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