Privatinvestoren heben „Maastricht Airlines“ aus der Taufe

Von: Berthold Strauch
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Fingerzeig im historischen Rathaus der Stadt Maastricht: Hamid Kerboua will bereits ab dem 25. März die Strecken nach Amsterdam, Berlin und München bedienen. 2014 folgen weitere Ziele. Foto: Berthold Strauch

Maastricht. Eine neu gegründete niederländische Fluggesellschaft will vom Maastricht-Aachen-Airport (MAA) aus den Himmel über Europa erobern: Am Donnerstag wurden im historischen Rathaus der südlimburgischen Hauptstadt offiziell die „Maastricht Airlines“ aus der Taufe gehoben.

Der Gastgeber, die Stadt, lässt sich denn auch nicht lumpen: Mit einem Betrag von 100.000 Euro unterstützt Maastricht als „Namenspatron“ das ehrgeizige Projekt, sagte Bürgermeister Onno Hoes zu.

Provinz glaubt an den Erfolg

Auch die Provinz Südlimburg glaubt an den Erfolg der Initiatoren um den Unternehmer Hamid Kerboua aus Weert: Sie gibt einen Zuschuss in Höhe von 235.000 Euro für die Anlaufphase, kündigte Wirtschaftsminister Twan Beurskens an. Kerboua selbst, ein 56 Jahre alter gelernter Pilot, der immer noch selbst fliegt, übernimmt 57 Prozent der neuen Gesellschaft. Ein weiterer Partner hält 37 Prozent der Anteile. Dabei handelt es sich um Lex Versteeg aus Apeldoorn in der Provinz Gelderland. Er ist bereits Eigner der Business-Chartergesellschaft Liberty Air. Den Rest steuern nicht genannte Investoren bei. Mit einem Kapital von 2,5 Millionen Euro gehen Kerboua und sein Team an den Start.

„Service with a Smile“ – Service mit einem Lächeln, das haben sich die Maastricht Airlines auf ihre Fahnen geschrieben. Dieses Motto dürfte auch bei den anvisierten Kunden, die aus den Niederlanden, Belgien und natürlich auch aus Deutschland und damit der Aachener Region kommen sollen, Freude auslösen. Denn die Gesellschaft nimmt interessante Ziele in ihren Flugplan auf. Ab Montag, 25. März 2013, werden die Flughäfen Amsterdam-Schipol, Berlin-Schönefeld und der Franz-Josef-Strauß-Airport in München im Linienbetrieb angeflogen. Wöchentlich sind 35 Flüge ab MAA geplant, bis zu viermal täglich in die niederländische Hauptstadt, jeden Werktag zweimal in die bayerische Metropole und einmal täglich an die Spree – sozusagen in direkter Nachfolge von Germanwings, das diese Verbindung aufgegeben hat.

Lächeln sollen die Passagiere auch, wenn sie das Angebot von Maastricht Airlines in Anspruch nehmen möchten – wobei in erster Linie an Geschäftskunden gedacht wird: Dazu zählen eine kurze Check-in-Zeit von 15 bis maximal 30 Minuten, „qualitativ hochwertige“ Snacks und Getränke gratis an Bord sowie ein „Gesamtpreis ohne zusätzlichen versteckten Kosten oder Zuschläge“. Damit geben die Neulinge gleich eine Breitseite gegen Wettbewerber wie die neuerdings auch auf dem MAA mit einer Basis ansässige irische Billigfluggesellschaft Ryanair ab.

Hamid Kerboua nannte am Donnerstag vor der Presse bereits seine Preisvorstellungen: nach Amsterdam ab 79 Euro, nach München und Berlin ab 149 Euro. Reservierungen werden vom 15. Januar an entgegengenommen. Geflogen wird mit Fokker-50-Maschinen, einem kleinen niederländischen Regionalverkehr-Flugzeugtyp mit lediglich 50 Sitzplätzen.

Schon im zweiten Betriebsjahr 2014 wollen Maastricht Airlines 250.000 Passagiere transportieren, kündigte Kerboua an. Zu diesem geplanten rasanten Aufstieg sollen dann auch weitere Reiseziele beitragen. Das sind der London Airport Southend in Essex, Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen und der Charles de Gaulle Airport in Paris. Ende 2014 will die neue Gesellschaft mit einer Flotte von etwa sechs Fokker 50 operieren.

Hamid Kerboua ist ein gebürtiger Tunesier, der seit 33 Jahren die niederländische Staatsbürgerschaft besitzt. Er war bereits als Gründer der Fluggesellschaft Denim Air in Erscheinung getreten. Das neue Investment Maastricht Airlines soll in der Startphase für 40 Arbeitsplätze in der fliegenden Crew sorgen und für weitere 26 am Boden. Eine Verdoppelung der Gesamtzahl wird im zweiten Jahr angestrebt. Dazu kommen laut Kerboua rund 200 Jobs für Dienstleister wie etwa Caterer und Technik.

Auf BMWs Mini-Produktion setzen

Heiß erwartet wird der neue Carrier etwa vom Maastrichter Kongresszentrum MECC, das damit noch mehr internationales Publikum begrüßen möchte. Und eine feste Größe in der Kalkulation ist auch das Engagement des Münchener Autoherstellers BMW, der in der niederländischen Fabrik in Born demnächst seinen Kleinwagen Mini montieren wird. Ebenso setzen die Initiatoren auf die Sogwirkung der angestrebten Kulturhauptstadt Europas 2018 in Maas-tricht, Aachen und anderen Städten der Euregio.

Auch MAA-Chef Sander Heijmans ist erfreut über die Aufwertung seines Flughafens. „Ich setze großes Vertrauen in das neue Unternehmen“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sei eine „wertvolle Ergänzung zu unserem wachsenden Niedrigpreis- und Freizeitverkehr“.

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