Post lässt auch Pedelecs von Streetscooter entwickeln

Von: -bst-
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Aachen. Bei Streetscooter, dem jungen Aachener Hersteller von Elektroautos, zeigt die Erfolgskurve steil nach oben. Und ein Garant für diese anhaltend erfreuliche Entwicklung ist ein weiteres Mal die Deutsche Post DHL.

Der Dienstleistungsgigant aus Bonn, Europas größter seiner Branche, hatte dem kleinen Streetscooter-Team bereits den Auftrag zur Produktion von 50 Vorserienfahrzeugen des Stromers erteilt.

Sie sollen in der Bundesstadt am Rhein und der Umgebung, etwa im hügeligen Königswinter, in der Verbundzustellung von Briefen und Paketen eingesetzt werden.

Am Dienstag legte Jürgen Gerdes, für den Briefbereich verantwortlicher Vorstand der Post, kräftig nach: Streetscooter soll nun auch ein komplett neues Elektrofahrrad für die speziellen Bedürfnisse der Zusteller entwickeln.

Partner bei diesem Auftrag werden die Streetscooter Research GmbH und das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH sein. In einer ersten Phase soll ein Konzept erstellt werden, das die postspezifischen Anforderungen festlegt. Damit die Pedelecs „made in Aachen“ tatsächlich „passen“, haben die Streetscooter-Macher bereits zahlreiche Postzusteller nach ihren Wünschen und Vorstellungen bezüglich der Ausstattung befragt. Außerdem wurde der Rat von Branchenexperten hinzugezogen.

Professor Achim Kampker, Chef des WZL-Lehrstuhls für Produktionsmanagement, rechnet damit, dass bereits im kommenden Herbst ein erster einsatzbereiter Prototyp des Lasten-Pedelecs an die Post übergeben werden kann, mit dem konkrete Praxiserfahrungen gesammelt werden sollen.

Mehr als 5000 Exemplare jährlich

Wie Kampker am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung anfügte, geht er davor aus, dass schon im gleichen Monat weitere zehn Fahrräder ausgeliefert werden könnten, welche die Postboten beim Fahren elektrisch unterstützen, wenn sie mit in die Pedale treten.

Den Erfolg dieser Post-Entwicklung im harten Alltagsbetrieb vorausgesetzt, rechnet Kampker bereits im nächsten Jahr mit dem Startschuss für eine Serienfertigung der Pedelecs – und damit parallel zum Aufbau der Fertigung bei Talbot Services für die vierrädrigen Fahrzeuge.

Der Wissenschaftler und Streetscooter-Geschäftsführer geht davon aus, dass eine größere Auflage der Pedelecs in Aachen – und damit wahrscheinlich in direkter räumlicher Nähe zu dem Elektroauto – in den Hallen des Waggonbauers Bombardier/Talbot montiert werden könnte.

Dazu gebe es allerdings noch keine konkreten Gespräche mit dem alten und neuen Werksleiter Dirk Reuters, schränkte Kampker ein. Wohl nannte er bereits Zahlen für eine mögliche Pedelecs-Fertigung in Aachen: „Damit es Sinn macht, müssten wir mehr als 5000 Elektrofahrräder jährlich bauen.“

Während die Elektroauto-Serienproduktion im April 2014 zunächst mit 40 Mitarbeitern aufgenommen werden soll, würden für die von Kampker genannte Zahl von Pedelecs „deutlich weniger“ Kollegen zusätzlich benötigt.

Bereits jetzt ist die Post Betreiber einer der größten Fahrradflotten Deutschlands und Europas. Bislang sind mehr als 6000 Pedelecs anderer Hersteller bundesweit unterwegs.

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