Positive Entwicklung der Industrie- und Handelskammer Aachen

Von: Anja Clemens-Smicek
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Foto: Colourbox/Quelle: Industrie- und Handelskammer Aachen/Grafik: ZVA/Hans-Gerd Claßen
IHK-Konjunkturumfrage: Die Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs (Angaben in Prozent). Foto: Colourbox/Quelle: Industrie- und Handelskammer Aachen/Grafik: ZVA/Hans-Gerd Claßen

Aachen. Wären die Betriebe im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen Bodybuilder, könnten die meisten vor Kraft kaum laufen. „Es ist kein Ende des Wachstums in Sicht“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer am Mittwoch bei der Präsentation der aktuellen Konjunkturumfrage.

Die anziehende Weltwirtschaft habe zur Folge, dass die Unternehmen ihre Lage so gut beurteilten wie seit fünf Jahren nicht mehr.

251 Unternehmen mit insgesamt fast 26 000 Beschäftigten wurden zwischen Ende April und Anfang Mai befragt, wie sie ihre Situation einschätzen. „Mehr als die Hälfte aller Betriebe beurteilt ihre derzeitige Situation als gut. Nur etwa jedes zehnte Unternehmen ist unzufrieden“, berichtete Bayer.

Unbehelligt zeigt sich die Region nach Einschätzung der IHK von „Trump“- und „Brexit“-Effekt. Bayer: „Auch die Russland-Sanktionen berühren unsere Unternehmen nicht.“ Jeder dritte Betrieb berichtete von gestiegenen Auslandsumsätzen, bei jedem fünften seien die Exportumsätze gesunken.

Die Branchen

Schon zu Jahresbeginn waren die Dienstleister in der Region Aachen in Hochstimmung – und die Kurve zeigt nach oben. 56 Prozent der Betriebe melden gute Geschäfte, fünf Prozent sind unzufrieden.

Stabil auf hohem Niveau: So sieht sich der Handel. Im Großhandel beurteilen 43 Prozent aller Betriebe ihre Lage als gut, kein Unternehmen ist unzufrieden. Im Einzelhandel ist die Lage bei einer deutlichen Mehrheit weiterhin positiv, allerdings bei weniger Unternehmen als zu Jahresbeginn.

Ein „Allzeithoch“ gibt es laut Bayer am Bau. Dieser sei seit zwei Jahren in einer guten Verfassung, aktuell seien 67 Prozent aller Betriebe zufrieden. „Das Baugewerbe profitiert weiter von den niedrigen Zinsen, gestiegenen Löhnen und einer soliden Konjunktur.“

Die Aussichten

Ein Drittel der Befragten rechnet damit, dass sich die Geschäfte weiterhin positiv entwickeln. Doch Bayer räumte ein: „Jeder siebte Betrieb geht von einer ungünstigen Entwicklung aus.“ Die Aussichten der Dienstleistungsbranche haben sich im Vergleich zur Umfrage vom Jahresbeginn kaum verändert.

Drei von zehn Händler im Kammerbezirk Aachen rechnen mit einer positiven Entwicklung, pessimistisch sind 15 Prozent. Im Großhandel sieht ein Drittel positiv in die Zukunft, 15 Prozent negativ. Am Bau rechnet jedes zwei Unternehmen mit besseren Geschäften, kein Betrieb erwartet Verschlechterungen. Und der Export? Rund ein Viertel der Betriebe rechnet mit einer positiven Entwicklung des Exports, zwölf Prozent haben ungünstige Aussichten.

Die Probleme

Als größtes Problem machte Bayer erneut den Fachkräftemangel aus. „Der Arbeitsmarkt gibt die Kräfte, die gebraucht werden, nicht mehr her“, betonte er. Der Mangel werde immer stärker zu einem Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. „Das wird von jedem zweiten Betrieb so gesehen.“ Bedarf gebe es flächendeckend. Bayer: „Besonders hervorzuheben sind der IT-Bereich, Gastronomie und Handel sowie hoch qualifizierte gewerbliche Berufe.“ Betriebe würden sich gute Leute gegenseitig abwerben. „Das ist natürlich nicht gesund.“

Umso wichtiger ist es für die Betriebe, selbst für Nachwuchs zu sorgen. So konnten über das IHK-Programm „Switch“ bislang 200 Studienabbrecher in eine duale Ausbildung gebracht werden. Auch die Kooperationen zwischen Unternehmen und Schulen werden laut Bayer ausgebaut.

Ein langer Atem ist nach Einschätzung des Hauptgeschäftsführers für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt nötig. „80 Flüchtlinge mit ersten Kenntnissen in der deutschen Sprache sind inzwischen fit für den Ausbildungsmarkt“, sagte Bayer.

Unterstützung bekam Bayer von Fritz Rötting, Geschäftsführer der Abteilungs Dienstleistungsunternehmen und Wirtschaftsförderung: „Wir müssen alle Kraft daran setzen, Menschen in eine Ausbildung zu bekommen. Wer auf dem Arbeitsmarkt bestehen will, muss eine Ausbildung haben.“

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